Balsthal

Schock für Gemeinde: Statt 1,7 kostet Hallenbad-Sanierung 6 Millionen

Das Hallenbad Falkenstein: Einmal mehr ist seine Zukunft ungewiss.

Das Hallenbad Falkenstein: Einmal mehr ist seine Zukunft ungewiss.

Die Zukunft des Hallenbads ist ungewisser denn je: Der Gemeinderat ist schockiert über die Kosten, die sich nun auf 6 Millionen belaufen sollen. Und das obwohl das Hallenbad nicht wie ursprünglich geplant attraktiviert, sondern nur noch saniert wird.

«Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.» Diese Redensart passt bestens zum aktuellen Stand in Sachen «Sanierung Hallenbad». Die Enttäuschung und Konsternation im Balsthaler Gemeinderat waren gross, als Nino Joller, Präsident der Spezialbaukommission Hallenbad (SBH) erklären musste, dass die Kosten für die beschlossene Sanierung des Hallenbades um ein Vielfaches überschritten werden: Statt mit 1,7 Mio. wird mit mehr als 6 Mio. Franken gerechnet.

Rückblende: Am 15. Dezember 2014 hatte die Budgetgemeindeversammlung mit 193 gegen 103 Stimmen beschlossen, das Hallenbad nicht nur zu sanieren, sondern gar zu attraktivieren. Die Kosten wurden mit 1,7 Mio. Franken beziffert. Diese Zahlen für die Sanierung beruhten auf fachspezifische Abklärungen.

Am 29. Januar 2015 wurde die Spezialkommission ins Leben gerufen. Diese beschloss im März, für die Fachplanungsarbeiten die Firmen Beck Schwimmbadbau (Winterthur), Kannenwischer (Bern) und Probading (Zumikon) für die Erarbeitung eines Vorprojektes einzuladen. Die Firma Beck erhielt den Auftrag, nachdem die Firma Kannenwischer keine Eingabe machte, diejenige von Probading unvollständig und mit Hinweis auf zeitliche Probleme für eine Ausführung versehen war.

Nur für Minimalvariante

Die Resultate des von der Firma Beck erarbeiteten Vorprojektes schockierten die Mitglieder der SBH. «Die Abweichungen und unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem bisherigen und dem neuen Fachplaner sind so immens, dass die Kommission ihre zugeteilte Aufgabe nicht weiterführen kann», so Joller. Das weitere Vorgehen müsse der Gemeinderat oder die Gemeindeversammlung festlegen.

Die von der Budgetgemeindeversammlung beschlossenen 1,7 Mio. Franken würden lediglich für ein Szenario «Kontrolliertes Altern» ausreichen. «Altern» bedeutet, dass nur die allernotwendigsten Investitionen getätigt werden könnten und das Bad so die nächsten zehn Jahre überstehen würde. Diese Variante entspricht dem ehemaligen Szenario «Status quo», welches Kosten von 730 000 Franken auswies.

Mit Recht wurde die Frage aufgeworfen: «Wo stehen wir dann in 10 Jahren?» Das Szenario, welches die Gemeindeversammlung beschlossen hatte, hiess aber nicht «Status quo», sondern «Sanierung und Attraktivierung». Im neuen Vorprojekt heisst diese Variante nur noch «Werterhaltung». Das bedeutet: Sanierung ohne Attraktivierung. Die Kosten würden trotzdem rund 6 Mio. Franken betragen, bei Ausführung in zwei Etappen sogar 6,350 Mio. Franken. Der Betrieb könnte so für die nächsten 20 Jahre gesichert werden.

Zu sehr vertraut

Der SBH wurde attestiert, dass sie gewissenhaft gearbeitet habe. Ein Fehler sei vielleicht gewesen, dass man den vorgängig herbeigezogenen Fachkräften zu grosses Vertrauen entgegengebracht habe. Auch wenn die von der Firma Beck veranschlagten Kosten noch etwas nach unten korrigiert werden könnten, sei der Unterschied zwischen beschlossenem Kredit und den Kosten für das Szenario «Werterhaltung» so gross, dass eine Neubeurteilung des Sanierungsprojektes unumgänglich sei.

Im Rahmen der anstehenden Budgetberatungen werde sich der Gemeinderat des weiteren Vorgehens annehmen und der Gemeindeversammlung entsprechende Anträge unterbreiten. Von verschiedenen Votanten wurde Transparenz und «Karten offen auf den Tisch legen» gefordert.

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