Mundart und Essen in Einklang
«Schnabelweid»-Moderator Christian Schmid in Laupersdorf

In der «Krone» erzählte «Schnabelweid»-Moderator Christian Schmid Mundartgeschichten.

Rudolf Schnyder
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Susi Bader vom Gasthaus Krone serviert den Hauptgang, auf den Christian Schmid mit Geschichten einstimmte.

Susi Bader vom Gasthaus Krone serviert den Hauptgang, auf den Christian Schmid mit Geschichten einstimmte.

Rudolf Schnyder

Wie man in Teufels Küche kommt, warum man dem Sauerkraut einst Gumpist sagte und wie der Härdöpfu zu seinem Namen kam, waren Geschichten, die Christian Schmid am Kulturanlass «Buch&Bauch» im Gasthaus Krone in Laupersdorf vorstellte.

Die Gastronomen Susi und Peter Bader und der Autor und Radio SRF–Moderator heckten eine gelungene Symbiose für «Buch&Bauch» zum im Frühjahr 2016 erschienenen neuen Buch «Da hast du den Salat» aus. Peter Bader und seine Crew vom Gasthaus Krone kochte das passende Menu und Christian Schmid unterhielt das Publikum mit Geschichten zur Sprache und Kultur unserer Küche und des Essens. Die Symbiose gelang, waren doch an zwei Abenden – kurzfristig wurde ein Zusatzabend angefügt - insgesamt 185 Gäste anwesend.

Christian Schmid, geboren 1947, lebt in Schaffhausen und ist in der Ajoie im Jura aufgewachsen. Er ist bekannt als Autor von Büchern zur Sprachgeschichte und Mundart wie «Botzheiterefaane» und «Blas mer i d Schue» sowie Begründer der seit 25 Jahren ausgestrahlten Radio SRF - Sendung «Schnabelweid».

Die Region Thal im Solothurner Jura kennt er schon lange, produzierte er doch einst eine Radiosendung zum Naturpark Thal. Christian Schmid las nicht einfach aus seinem neuen Buch vor, sondern er erzählte Geschichten und stimmte damit auf den folgenden kulinarischen Gang des Menus ein.

So berichtete er von schwarzen Küchen mit offenem Feuer und ohne Rauchabzug (Teufelsküche) und vom Speck, der früher das wichtigste Fleisch war. Speck wurde nämlich zum Essen, für die Salatsosse und für das Salzen der Speisen verwendet und zudem konnte man ihn gut lagern.

Aus der «Kronen»-Küche wurde sinnigerweise zuerst Speckkuchen aus dem Steinofen und dann Gerstensuppe mit «Wurzugmües» serviert. Dann berichtete der Autor über die Herkunft der Kartoffel und wie sie auf Umwegen über Tartuffel oder Erdtuffel durch Lautverschiebung zu ihrem Namen kam. Als Hauptgang wurde danach «Härdöpfuterrine mit Schinke uf Chümischuum und Surchrut» serviert.

Fleisch ass man früher weniger und man verwertete bei einem geschlachteten Tier alles, von der Schnauze bis zum Schwanz. «Nicht die Zubereitung der Filetstücke stand im Kochbuch an erster Stelle, sondern die Zubereitung von Kopf, Zunge und Innereien», erklärte dazu Christian Schmid. Vor dem Dessert erläuterte er einige neue Tischregeln von früher, wie, man solle nicht unter den Tisch speien.

Als Dessert wurde ein Lebkuchen-Parfait mit eingelegten Kirschen serviert. Marianne und Valentin Lüthy – Brunner, die wohl die weiteste Anreise von allen hatten, waren sie doch extra aus dem Zürcher Weinland angereist, sagten, dieser Abend hätte all ihre Sinne bereichert und die weite Anreise nach Laupersdorf hätte sich darum gelohnt.