Im Schloss Neu Bechburg wird über Kunst geredet. Genauer gesagt, über die Kunst, Erfolg zu haben. Max Misteli, Leiter des Kunstmarkt-OKs, unterhielt sich am Sonntag mit sechs Gästen über ihre Lebensgeschichten und ihre Erfolge. «Ich habe mir überlegt, wer etwas gemacht hat, das nicht jeder machen würde», erklärt Misteli die Auswahl der Gäste. Roland Suter – ist Mistelis erste Antwort beim «Talk im Schloss». Er ist der Gründer und Organisator des Festivals St. Peter at Sunset. Er habe bereits mit 16 Jahren Discos mit 1000 Eintritten organisiert, erklärt Suter. Zudem habe er selber in einer Band gespielt. Heute zählt das Festival 3500 Besucher und zeigt Musiker aus aller Welt.

Eine andere Erfolgsgeschichte ist die von Verena Motschi. Sie war 1973 die erste Frau im Solothurner Kantonsrat. «Ich habe das Amt nicht gesucht», erzählt die Oberbuchsiterin. Als sie gefragt wurde, habe sie zugesagt – in der Annahme, dass sie nicht gewählt würde. «Eines Sonntags, als ich mit unseren sechs Kindern zu Hause war und kochte, klingelte es an der Tür», so Motschi. Der Mann an der Tür habe ihr gratuliert. «So habe ich erfahren, dass ich in den Kantonsrat gewählt wurde.»

Pferde für Königshäuser

Der Oensinger Armin Übelhard gab Einblick in sein Leben als Pferdehändler. «Mit 15 habe ich meine ersten Pferde gekauft, habe sie etwas zurechtgemacht und weiterverkauft.» Später erstand Übelhard seine Pferde im Ausland. «Jemand, der in der Schweiz Pferde verkauft, der verkauft solche, die er selber nicht mehr will. Das sind Tiere, die ich auch nicht brauchen kann.» Manche von Übelhards Pferden seien in den Besitz von gekrönten Häuptern gelangt, erzählt Talk-Moderator Misteli den Besuchern. «Ein Pferd habe ich an Prinzessin Elena aus Spanien verkauft», bestätigt der Pferdehändler. Ein anderes sei in den Besitz der Prinzessin von Jordanien gelangt. Mittlerweile hat Übelhard seine Pferdesportanlage an Pius Schwizer verkauft. «Für mich habe ich hinter der Anlage ein Häuschen gebaut, von dem aus ich den anderen bei der Arbeit zuschauen kann.»

Der vierte Talk-Gast habe Oensingen mit seinem Engagement geprägt, berichtete Misteli: Hans Schmid, der Erbauer des Wohnparks Leuenfeld. Mit 38 erwarb Schmid ein Bauunternehmen mit 22 Mitarbeitern. «So hat der Erfolg der Bauunternehmung Schmid begonnen», erklärt Hans Schmid. Die Schmid AG in Ebikon macht heute etwa 300 Millionen Umsatz und beschäftigt gut 500 Mitarbeiter. «In meiner Jugendzeit habe ich mir geschworen, dass ich – wenn ich einmal Erfolg habe – etwas an die Gemeinschaft zurückgeben will», so Schmid. Deshalb würden 20 Prozent des Betriebsumsatzes an das Personal verteilt und in soziale Projekte fliessen.

Soziales Engagement zeichnet auch Elsbeth Scacchi aus Balsthal aus. Sie hat die Hilfsorganisation Intact Schweiz gegründet. «Bei einem Ausflug in ein Internat für Mädchen in Südindien hatte ich das Gefühl, dass diese Mädchen mein Lebensinhalt sind.» So übernahm Scacchi mehrere Patenschaften. Zuhause baute sie mit einer Gruppe von Frauen ein Hilfswerk auf, um die indischen Schülerinnen zu unterstützen. Dieses Jahr feiert der Verein sein zehnjähriges Wirken.

Talk-Gast Walter Heutschi erzählte, wie er – anfangs vor die Wahl gestellt, Missionar zu werden oder auf die See zu gehen – dann doch Coiffeur wurde. Schliesslich landete er bei der PTT und baute Mobilfunknetze in verschiedenen Teilen der Welt auf. Mit 56 gründete Heutschi eine Firma für Ferngespräche ins Ausland. Dank des erfolgreichen Geschäfts habe er nun die Mittel, sich in seinem Heimatdorf Balsthal mit dem Kauf und Umbau von «Kreuz», «Kornhaus» und «Rössli» zu engagieren. «Begonnen haben wir mit neuen Gartenstühlen», so Heutschi. Nun bilden alle Häuser eine Einheit unter dem Namen Hotel Balsthal.