Die bis Mitte 2017 dauernden Arbeiten für die Umlegung des Bachs in die Dünnern sind angelaufen. Mit der Abkoppelung des Schlossbachs wird auch dem Gewässerschutzgesetz Folge geleistet. Dieses untersagt nämlich die Zuführung von Bächen oder anderen nicht verschmutzten, ständig fliessenden Abwässern, in eine Abwasserreinigungsanlage.

Mit der Umleitung kann zudem der Hochwasserschutz des südlich des Roggens entspringenden Schlossbachs verbessert werden. Akut wird diese Gefahr jeweils bei starken Niederschlägen, wenn der ein Meter grosse Durchlass des ab der Kreuzung Schlossstrasse/Harzerweg eingedolten Bachs die Wassermassen nicht mehr zu schlucken vermag. In einem solchen Fall kommt es zu Rückstaus, die ein Überquellen der Schächte entlang der Schlossstrasse zur Folge haben. Im Anschluss kommt es jeweils zu Überschwemmungen auf der Hauptstrasse.

Neue Leitung wird 435 Meter lang

Um dieser Problematik zu begegnen, wird eine neue, 435 Meter lange, in die Dünnern führende Abflussröhre gebaut, wie Projektleiter Tobias Kocher vom Büro BSB + Partner, Oensingen, erklärt. Ab dem Schacht bei der Einmündung Schlossstrasse/Aegertenweg bis zur Klusstrasse wird ein Rohr mit einem Innendurchmesser von 1,2 Meter eingebaut. Der Rest der Leitung, welche bis zum Einlauf in die Dünnern den Autobahnzubringer zwischen Oensingen und Balsthal mehrfach quert, wird einen Durchlass von 1,5 Meter aufweisen. «Diese Dimensionen sollten ausreichen, um künftig Rückstaus zu vermeiden», so Kocher.

Bei den nun aufgenommenen Arbeiten handelt es sich um die Aushubarbeiten für den Einlauf in die Dünnern. Zu diesem Zweck wurde die Uferböschung der Dünnern vom Gehölz befreit und in das Erdreich ein Kanal für den Einbau der Röhre ausgebaggert. Eine erste Herausforderung stellen die diversen Werkleitungen in der zum Forstwerkhof führenden Strasse dar. Dabei handelt es sich um Leitungen für Wasser, Gas, Fernwärme und Strom. Bevor mit schwerem Gerät Grabarbeiten in Richtung des A1Zubringers vorgenommen werden können, müssen diese Leitungen umgelegt werden, wie Kocher erwähnt. Diese anspruchsvolle Arbeit wird etwa zwei bis drei Wochen beanspruchen, so der Projektleiter.

Ausfahrt wird im Mai gesperrt

Ab 9. Mai erfolgt der etwa 2 Meter tiefe Aushub für die in Richtung Osten verlaufende Baugrube über die Ausfahrt hinweg bis an den Fahrbahnrand des A1-Zubringers. Aus diesem Grund wird die Ausfahrt Oensingen bis voraussichtlich 12. August gesperrt. Der von Balsthal kommende Verkehr wird in dieser Zeit via Äussere Klus über die Lehngasse umgeleitet. Der Einbau der Rohrleitung unter dem A1-Zubringer erfolgt in Absprache mit dem Kanton in mehreren Etappen. Dieser führt parallel dazu Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des A1-Zubringers aus. Diese soll bis im Sommer 2017 abgeschlossen sein (wir berichteten). Ziel sei, so Kocher, dass die Strasse nie komplett gesperrt werden müsse. Die Arbeiten im Bereich der Ein- und Ausfahrt des A1-Zubringers sollen gemäss Zeitplan Ende November abgeschlossen sein. «Bis zu diesem Zeitpunkt werden wir mit dem Rohr etwa den Aegertenweg erreicht haben», schätzt Kocher.

Bachlauf wird renaturiert

Die Arbeiten für die Umlegung des Schlossbachs sowie die Umsetzung der geplanten Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes werden danach noch mehrere Monate dauern. Sie beinhalten neben der Renaturierung des Schlossbachlaufs auch Arbeiten beim Schlossgraben. Dabei handelt es sich um einen kurzen Seitenarm des Schlossbaches westlich des Schlosses Neu Bechburg. Wegen starker Regenfälle kam es 2002 in dessen Einzugsgebiet zu einem Geländerutsch. Begünstigt werden solche Erdbewegungen von Staunässe, verursacht durch Wasseraufstösse. Diese sollen nun abgefasst und in den Schlossbach umgeleitet werden. Kocher geht davon aus, dass der Schlossbach etwa ab Mitte 2017 in die Dünnern fliessen wird.

Das gesamte Projekt ist mit Kosten von 2,733 Mio. Franken veranschlagt. Gemäss Andreas Affolter, Leiter Bau bei der Einwohnergemeinde, beteiligen sich der Bund und der Kanton mit Subventionen in der Höhe von 1,4 Mio. Franken am Projekt.