In Zusammenarbeit mit Stiftung und Verein Schloss Wartenfels unter der Leitung von Rolf Leuthard (Gestaltung Philipp Kirchner GSK, Redaktion Sandra Hüberli) und der Autorin Karin Zaugg ist mit dem neuen Kunstführer Schloss Wartenfels bei Lostorf ein unterhaltsames und aufschlussreiches Bild über die Geschichte dieses Schlosses entstanden, das Lostorf auf eine besondere Art krönt.

Schloss Wartenfels gehört nun mal zum Kanton Solothurn, darüber darf man auch stolz sein. Durch die engagierte Arbeit des Stiftungsrastpräsidenten Peter A. Bloch mit seinem Team mit Kunstausstellungen, auch im neu gestalteten Galeriekeller, aber auch durch andere Aktivitäten hat das Schloss in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.

An der Kunstführer-Vernissage vom Sonntagmorgen begrüsste Projektleiter Rolf Leuthard die Gäste, darunter Gemeindepräsident Thomas A. Müller, die Regierungsrätin Esther Gassler, Regierungsrat Remo Ankli, den Oltner Vize-Stadtpräsidenten Olten Thomas Marbet, die Stiftungsratsmitglieder mit ihrem Präsidenten Peter A. Bloch sowie die Autorin Karin Zaugg, Biel und die Redaktorin Sandra Hüberli GSK.

In drei Jahren entstanden

Er schilderte unterhaltsam die Entstehungsgeschichte dieses gelungenen Kunstführers, die sich auf drei Jahre erstreckt hatte und mit einer Ausstellung mit vielen Bildern, mit aufgebaut und fotografiert von Guido Schenker, im Dachgeschoss des Schlosses gekrönt werde.

Gemeindepräsident Thomas Müller führte aus, dass es «für Lostorf etwas ganz Besonderes ist, ein Schloss mit einer solch spannenden Geschichte, die rund 800 Jahre alt ist, zu besitzen». Lostorf werde so noch vermehrt zu einem beliebten Anziehungspunkt, und er freue sich auf die weitere Entwicklung, denn mit diesem Kunstführer bekäme die Geschichte des Schlosses eine noch grössere Beachtung.

Die Autorin Karin Zaugg gestand, dass sie vorerst keine Ahnung von diesem kleinen adretten Schloss gehabt habe, sich dann aber mit viel Begeisterung in ihre Arbeit stürzte. Dank der Hilfe durch Sandra Hüberli GSK, Rolf Leuthard, Peter A. Bloch, Historiker Hans Brunner und durch das Amt der Denkmalpflege in Solothurn und andere sei dieser Kunstführer entstanden.

Am meisten habe sie, wie dies auch Sandra Hüberli betonte, das Schloss überrascht, das so viel Menschlichkeit ausstrahle und in dem bis in die heutige Zeit hinein das meiste Mobiliar vorhanden sei. Man spüre, dass dieses Schloss eng mit Familien verknüpft gewesen sei, die das Schloss belebten.

Stiftungsratspräsident Peter A. Bloch ergänzte diese Reden mit einer unterhaltsamen Schilderung der verschiedenen Aktivitäten im Schloss. Die Kunstausstellungen brächten viele namhafte Kunstschaffende in die Räume, weit über die Region hinaus, und diese Aktivitäten und auch andere lockten ein interessiertes Publikum in das Schloss und in den Schlossgarten.

Wenn man etwas liebe und aus dieser Begeisterung aktiv werde und sich einsetze dafür, so ereigne sich immer etwas Besonderes im Leben. Und so sei es mit Schloss Wartenfels und seinem neuen Kunstführer. Für die musikalische Untermalung sorgte die Musikgruppe «musicalostra» aus Lostorf und erntete viel Applaus.

Gehaltvolle Ausstellung

Rolf Leuthard schuf mit seinem Team eine gehaltvolle Ausstellung im Dachgeschoss des Schlosses. Man erfährt Zusammenhänge über den Siedlungsraum, denn dieser war im Frühmittelalter Teil des Augstgaus, eines sich im Winkel von Aare und Rhein aufspannenden Landstrichs.

Der Name Buchsgau tauchte 1077 zum ersten Mal auf. Der Bischof von Basel vergab um 1100 den Buchsgau als Lehen den Grafen von Frohburg und deren Nachfolgern, den Grafen von Neuenburg-Nidau, Kyburg, Thierstein und den Herren von Falkenstein.

1426 ging der Buchsgau an die Städte Bern und Solothurn, durch das Kirchlein gehörte der Buchsgau zur Diözese Basel. 1465 kam Lostorf als Teil der Herrschaft Wartenfels zur Landvogtei Gösgen.

Dann ging 1669 alles an den Kanton Solothurn. Mit dem Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 und den politischen Neuorientierungen ging es wieder nach Lostorf, an den Bezirk Gösgen, an die Amtei Olten-Gösgen.

Wechselhafte Besitzverhältnisse

Es gab zahlreiche Burgen zu dieser mittelalterlichen Zeit, und so kann man im Kunstführer nachvollziehen, wie wechselhaft die Besitzverhältnisse waren. Durch Laurenz Arregger (um 1540 bis 1616), Landvogt zu Gösgen, kam das Lehen Wartenfels 1576 in die Hand eines solothurnischen Patriziers.

Er besass es aber nur wenige Jahre und gab es dann weiter. Ritter Jost Greder hatte Bedeutung in der Geschichte des Schlosses, er war ein berühmter Ritter in hohen Ehren. Der letzte Greder war Franz Jost Bonaventura (1687 bis 1737), dann erlosch das Geschlecht.

Seine Schwester Katharina erhielt mit Balthasar Grimm einen Beistand, der nach ihrem Tod 1747 das Schloss übernahm. 1876 mischte auch der Badwirt Josef Guldimann mit, das Schloss verkam zusehends.

Erst mit Georg Meidinger (1867 bis 1933), der aus Franken stammte, Oberingenieur war und eine Baslerin zur Frau hatte, bekam das Schloss neues Leben. Zu den substanziellen jüngeren baulichen Massnahmen, die noch von Meidingers Erben und von Ordinarius Professor Johannes Georg Fuchs (1925 bis 1990) veranlasst wurden, zählt vor allem die Sanierung der Stützmauern, der Terrassen sowie der Gartenanlagen, aber auch im Inneren wurde das Schloss wohnlich gemacht; so, wie man es heute noch erleben darf.

Jeder Rundgang durch das Schloss ist ein geschichtliches Abenteuer und mit dem neuen Kunstführer mit seinen faszinierenden Bildern und Texten, die auch das Bad Lostorf mit einbeziehen, ein einmaliges Ereignis.