In der Turnhalle Steinmatt mussten zusätzliche Stühle organisiert werden, um den über 100 zur Informationsveranstaltung erschienenen Personen einen Sitzplatz bieten zu können. Sie alle wollten aus erster Hand erfahren, weshalb Oberbuchsiten bei der von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführten externen Schulevaluation so schlecht abgeschnitten hat.

Diese hatte zutage gefördert, dass die Ampeln der Schule Oberbuchsiten in zwei Bereichen auf Rot stehen. Dieses Resultat hat zur Folge, dass der Kanton eingreift, um die Schule wieder auf Kurs zu bringen.

Auf gravierende Mängel gestossen

«Wir haben die Schule auf ihre Funktionstüchtigkeit und auf die Wirksamkeit ihres Qualitätsmanagements geprüft und sind dabei auf gravierende Mängel gestossen», erklärte Barbara Moris vom zweiköpfigen Evaluations-Team. Allerdings gebe es auch gute Nachrichten. Etwa beim Schul- und Unterrichtsklima, wo die Ampel auf Grün stehe. Die Betreuungs- und Aufsichtfunktion an der Schule sei gut, wenn auch ein wenig fragil.

Die Expertin der FHNW wies aber auch darauf hin, dass die Schule Oberbuchsiten in den insgesamt sechs bewerteten Bereichen teilweise deutlich unter dem Niveau der anderen Schulen im Kanton Solothurn abgeschnitten hat. Auf Rot stehen die Ampeln zum Beispiel in den Bereichen Schulführung und Qualitätsmanagement. Eines der Hauptprobleme ortet Moris in der mangelhaften Kommunikation zwischen Eltern und Schule. Unzufriedene Eltern, die der Schule sehr kritisch gegenüberstehen, seien die Folge.

Gemeindepräsident Daniel Lederer (stehend) hatte keinen leichten Stand an der Info-Veranstaltung mit Vertretern des Kantons und des Evaluationsteams.

Gemeindepräsident Daniel Lederer (stehend) hatte keinen leichten Stand an der Info-Veranstaltung mit Vertretern des Kantons und des Evaluationsteams.

Probleme waren bekannt

Dazu komme, dass sich in der Vergangenheit offenbar niemand dafür verantwortlich gefühlt habe, wenn Eltern mit einem Anliegen bei der Schule vorstellig geworden seien. Probleme seien gar nicht angegangen oder einfach hinausgeschoben worden. Eine solche Situation wirke sich mit der Zeit auf den ganzen Schulbetrieb aus und beeinträchtige das Klima und die Zufriedenheit der Menschen auf sämtlichen Stufen. Das hätten alle wahrgenommen, auch der Gemeinderat als kommunale Aufsichtsbehörde.

Der Kanton wird nun zusammen mit der Gemeinde einen Weg suchen, um die Schule wieder an den geforderten Stand heranzuführen. Dies soll innerhalb von zwei Jahren geschehen. Nicht eingreifen muss der Kanton übrigens im Bereich «Arbeitsklima für die Lehrpersonen», wo die Ampel auf Gelb steht.

Auch Kritik am Gemeinderat

Gemeindepräsident Daniel Lederer räumte Fehler vonseiten des Gemeinderats ein, unterstrich aber auch, dass die Schule trotz negativer Bewertung funktioniere. Das belegten die 8 von 20 Schülern, welche es in die Sek P geschafft hätten. Der Bericht habe aber gegeigt, dass das Zusammenspiel der Lehrer, der Schulleitung, des Gemeinderates und der Eltern sehr wichtig sei für eine funktionierende Schule.

Eine vom Gemeinderat eingesetzte Begleitgruppe mit Karsten Kempe von der kantonalen Schulaufsicht, der für das Ressort Bildung zuständigen Gemeinderätin Sarah Koch und dem Schulleiter sei daran, einen Massnahmenplan auszuarbeiten, um dafür eine Grundlage auszuarbeiten. «Wenn alle am gleichen Strick ziehen, wird uns das auch gelingen», so Lederer.

Aus der Versammlung musste der Gemeindepräsident viel Kritik einstecken. Etwa dass Reklamationen von der Schulleitung und vom Gemeinderat nicht ernst genommen worden seien. Er selbst habe nur Kenntnis von zwei Reklamation und sei diesen umgehend nachgegangen, erwiderte Lederer. Beim folgenden Schlagabtausch wurde spürbar, dass es auch gegenüber dem Gemeinderat viel Misstrauen gibt. Lederer wurde etwa vorgeworfen, das Problem an der Schule kleinreden zu wollen. Bedauert wurde von mehreren Votanten die Auflösung der Schulkommission. Damit sei ein wichtiger Kontakt ins Dorf gekappt worden, so der Tenor.

Neue Schulleitung wird gesucht

Moniert wurde auch, dass der bisherige Schulleiter noch bis zum Ende des Schuljahres beschäftigt wird. Lederer erklärte, dass die Stelle ausgeschrieben worden sei. Angesprochen wurde ferner das 65-Prozent-Pensum der Schulleitung und ob mit einer temporären Erhöhung auf 100 Prozent das Problem der Schule schneller gelöst werden könnte. Für Karsten Kempe von der kantonalen Schulaufsicht ist eine Aufstockung dieses Pensums zweitrangig.

Viel wichtiger sei, die richtige Person für diese anspruchsvolle Stelle zu finden und dass es der Schulleitung und dem Gemeinderat gelinge, das verlorene Vertrauen in der Bevölkerung zurückzugewinnen. Erreichen will das die Gemeinde unter anderem mit einer offenen und transparenten Kommunikation, wie Sarah Koch betonte.