Amtsgericht Thal-Gäu
Schiesswütiger Kosovare muss sechs Monate ins Gefängnis

Ein 41-jähriger Kosovare schoss im Februar 2016 mit einer Pistole um sich, um Schulden mit Waffengewalt einzufordern. Das Gericht verurteilte ihn nun zu sechs Monaten unbedingter und zwölf Monaten bedingter Freihheitsstrafe.

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Hanspeter Baertschi

Am Mittwoch eröffnete das Amtsgericht Thal-Gäu sein Urteil gegen Alban K.*, der am 5. Februar 2016 auf dem Gelände einer Thaler Firma mit einer Pistole um sich geschossen hatte.

Er wurde dafür wegen Gefährdung des Lebens, versuchter Nötigung, unerlaubtem Waffenbesitz sowie weiteren Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Sechs davon muss Alban K. absitzen, die restlichen 12 Monate wurden bedingt mit einer vierjährigen Bewährungszeit ausgesprochen.

Streit entflammte wegen Schulden

Zur Schiesserei kam es, weil der im Thal wohnhafte Kosovare mit dem Firmeninhaber über ausstehende Zahlungen für geleistete Arbeiten von rund 20 000 Franken reden wollte. Als sich der etwa 58-jährige Schweizer Geschäftsmann nicht auf ein Gespräch mit Alban K. einliess und stattdessen davon lief, geriet der Kosovare in Rage.

In der Folge zog er die im Hosenbund mitgeführte Pistole und schoss aus etwa 6 bis 10 Metern in Richtung des Geschäftsmanns. Alban K. hatte bei der Gerichtsverhandlung vom 13. September beteuert, absichtlich daneben geschossen zu haben.

Beim Gericht verfing diese Behauptung nicht. Es kam vielmehr zur Überzeugung, dass der ausser sich gewesene Angeklagte gar nicht in der Lage gewesen sei, die drei Schüsse kontrolliert abzugeben. Alban K. habe keine Erfahrungen mit Waffen und die Schussabgabe sei laut eigener Aussage mit geschlossenen Augen erfolgt. Zudem habe er als Rechtshänder mit der linken Hand geschossen, erklärte Amtsgerichtspräsident Guido Walser bei der Urteilsbegründung.

Und obwohl sich Alban K. bei der Schussabgabe leicht abgedreht habe und die Projektile etwa vier Meter neben dem Geschäftsmann auf dem Betonboden aufschlagen seien, habe sich dieser in unmittelbarer Lebensgefahr befunden. Alban K. habe skrupellos und aus egoistischen Gründen gehandelt. Die Tat wäre zu verhindern gewesen, hätte der Angeklagte die Waffe gar nicht mitgeführt, so der Präsident.

Staatsanwalt ist zufrieden

Die vierjährige Bewährungszeit für die bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 12 Monaten begründete das Gericht mit den einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten. Er könne in dieser Zeit mit Wohlverhalten beweisen, dass er seine Lektion gelernt habe. Auf einen Landesverweis wurde aufgrund der gesetzlichen Grundlagen und der guten Integration des seit 1993 in der Schweiz lebenden Mannes verzichtet.

Staatsanwalt Christian Fricker zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Der Anwalt von Alban K. liess offen, ob sein Mandant das Urteil akzeptieren oder anfechten will. (eva)

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