Welschenrohr
Schandfleck wird aus dem Dorfbild entfernt

Nach dem Kauf des Grundstücks durch die Einwohnergemeinde wird das alte Haus abgerissen: «Wenn uns gelingt, mit dem neuen Wohnraum junge Leute im Dorf zu halten, ist dieses Geld gut investiert», so Beat Allemann, Präsident Finanzkommission.

Erwin von Arb
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Dieses über 150 Jahre alte Bauernhaus an der Balmbergstrasse wird schon bald abgerissen.

Dieses über 150 Jahre alte Bauernhaus an der Balmbergstrasse wird schon bald abgerissen.

Bruno Kissling

An der von 27 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung wurden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. So bewilligte die Versammlung einen Kredit von 855 000 Franken für den Kauf und die Erschliessung eines 3000 Quadratmeter grossen Grundstücks im Gebiet Büel. Auf diesem Areal will die Paul Flury AG aus Mümliswil im Frühling 2017 ein 11-Familien-Haus bauen.

In einer zweiten Etappe soll ein weiteres 7-Familien-Haus folgen, wie Gemeindepräsident Stefan Schneider dazu ausführte. Ermöglicht hat dieses Projekt die Einwohnergemeinde, indem sie sich dazu bereit erklärte, besagtes Land zu kaufen, um dieses danach an den Investor zu veräussern.

Die Weitergabe des Landes erfolgt zum Einstandspreis im Betrag von 280 000 Franken, für die Erschliessung wird mit Kosten von 575 000 Franken gerechnet. 80 Prozent davon fliessen via Perimeter-Beiträgen wieder in die Gemeindekasse, wie Beat Allemann, Präsident Finanzkommission (Fiko), der Versammlung erklärte.

Davon betroffen ist auch die Einwohnergemeinde, die selbst ein Grundstück im Gebiet Büel besitzt. Allemann geht davon aus, dass bei diesem Projekt für die Gemeinde insgesamt Kosten von rund 100 000 Franken entstehen werden. «Wenn es uns mit dem neuen Wohnraum gelingt, junge Leute im Dorf zu halten, ist dieses Geld gut investiert», so Allemann.

Auch neue Arbeitsplätze im Visier

Als eine Investition in die Zukunft bezeichnet wurde auch der beantragte Kauf einer 5611 Quadratmeter grossen Parzelle an der Balmbergstrasse. Dabei handelt es sich um das letzte unbebaute Grundstück in der Gewerbezone, wie der Gemeindepräsident erwähnte. Dieser Kauf sei von besonderer Bedeutung, weil die Gemeinde in der Gewerbezone über kein eigenes Bauland mehr verfüge. Der Erwerb erfolge mit dem Grundgedanken, dass auf diesem Areal dereinst neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Hervorgestrichen wurde ferner, dass die Gemeinde als neue Besitzerin der Parzelle einen wertvollen Beitrag für das Ortsbild leisten könne, indem sie das auf dem Areal stehende Bauernhaus mit Baujahr 1862 dem Erdboden gleich machen könnte.

Schneider sprach von einem Schandfleck, den es zu entfernen gelte. Das verlotterte und unbewohnte Gebäude mache die Balmbergstrasse an diese Stelle nicht nur unübersichtlich und gefährlich, es sei, weil zugänglich, auch eine Gefahr für Kinder.

Der Kredit von 565 000 Franken für den Kauf der Parzelle sowie den darin eingerechneten Abriss der Liegenschaft wurde einstimmig gutgeheissen.

Bilanzfehlbetrag wurde abgetragen

Die von Gemeindeverwalterin Daniela Altermatt verfasste und Fiko-Chef Beat Allemann erläuterte Rechnung 2015 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 103 162 Franken besser ab als erwartet.

Budgetiert war ein Defizit von 102 500 Franken. Das gute Ergebnis ist auf einen höheren Steuereingang bei den natürlichen Personen sowie die unter dem Budget liegenden Sozialhilfekosten zurückzuführen.

Die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser weisen Ertragsüberschüsse von 25 890 Franken und 32 193 Franken aus. Mit einem geringen Verlust von 85 Franken schliesst die Spezialfinanzierung Abfall. Netto wurden letztes Jahr 371 420 Franken investiert.

Nach der Verrechnung des Ertragsüberschusses aus der laufenden Rechnung 2015 mit dem Bilanzfehlbetrag in der Höhe von 11 980 Franken verbleiben 91 182 Franken, die dem Eigenkapital zugewiesen werden.

Vor der Verabschiedung der Rechnung 2015 hatte die Versammlung sechs Nachtragskredite im Gesamtbetrag von 236 228 Franken genehmigt.

Als Zielvorgabe für die nahe Zukunft erwähnte Beat Allemann die Bildung von Eigenkapital in der Höhe von rund 500 000 Franken. Und wenn es die Finanzlage zulasse, soll der Steuerfuss im kommenden Jahr von aktuell 133 auf 128 Prozentpunkte gesenkt werden.

Weitere Steuersenkungen um je 3 Prozentpunkte sollen in den Jahren 2019 und 2021 folgen.