Saranda Maliqi steht dazu: «Ich habe mich selber für die Miss-Schweiz-Wahlen angemeldet. Meine Schwester hat mich dabei aber sehr unterstützt.» Es ist Mittag, und die 23-Jährige sitzt im Café Bijou in Rothrist das gegenüber ihrem Arbeitsort, dem Gemeindehaus, liegt. Seit drei Jahren arbeite sie dort als Gemeindeschreiber-Assistentin und Lehrlingsverantwortliche. «Es ist eine anspruchsvolle, interessante Tätigkeit», sagt Saranda Maliqi. Bei einer Tagessuppe mit Schnitzelbrot und ihrem Lieblingsgetränk Apfelsaft erzählt sie aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen und Erlebnissen der letzten Monate als Miss-Schweiz Kandidatin.

Im November 2013 füllte Saranda Maliqi das Anmeldeformular aus. Neben ihr sass ihre jüngere Schwester Blerta. Sie half ihr beim Ausfüllen, Bilder aussuchen und schickte es schliesslich ab. «Sie und meine Arbeitskollegin, Giovanna Indelicato, haben mich zum Mitmachen motiviert. Immer wieder wurde ich auch von meiner Familie und auch während meiner Lehrzeit von Arbeitskollegen und Kunden am Schalter angespornt.»

Mutter als grosses Vorbild

Das Warten hat sich gelohnt – beim ersten Casting erhielt Saranda Maliqi ein «Golden Ticket» und schaffte es letztlich unter die 18 Kandidatinnen für die diesjährige Miss Schweiz-Wahl. Doch nur zwölf sind in der finalen Wahlgala auf dem Bundesplatz in Bern dabei. Ob die 23-jährige Schönenwerderin darunter ist, entscheidet sich diesen Sonntag. In der letzten TV-Sendung «Missen-Akademie» auf Sat1 Schweiz scheiden zwei Frauen aus.

Die beiden Aargauerinnen Samantha Haug und Seraphine Schütz sind in der letzten Fernsehe-Show ausgeschieden. Nun vertritt Saranda Maliqi den Kanton Solothurn sowie auch den Aargau. In Schönenwerd wohnt sie mit ihrer Familie. Im knapp 5000 Einwohner zählenden Gemeinde ist sie als Mittleres von drei Kindern aufgewachsen und hat dort auf der Gemeindeverwaltung die kaufmännische Lehre absolviert.

«2014 ist für mich ein spezielles Jahr», sagt Saranda Maliqi. Seit diesem Februar drückt sie wieder die Schulbank. Gemeinsam mit ihrer 21-jährigen Schwester Blerta hat sie die Berufsmatura in Angriff genommen. Dass beide Soziale Arbeit studieren möchten, liegt wohl in den Genen. Ihre Mutter, Fatime Maliqi, hat dasselbe Studium an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Olten abgeschlossen. Davor studierte sie in Kosovo Literatur und Sprachen. «Meine Mutter ist mein Vorbild. Sie ist eine sehre herzliche Frau und die perfekte Mischung zwischen Mutter und Karrierefrau», so die gebürtige Kosovarin mit Schweizer Pass.

Soziale Projekte unterstützen

Mit leuchtenden Augen erzählt Saranda Maliqi von den Ähnlichkeiten, die sie mit ihrer Mutter verbinden, wie die Liebe zur Sprache, Literatur und Poesie. Seit sie zwölf ist, schreibt sie Gedichte. Diese unter zwei Buchdeckeln zu wissen, ist ein Traum. «Einer meiner tausend Träume», gesteht die Moderatorin des Arolfinger Lokalfernsehen (ALF-TV) und verrät einen weiteren: «Eine eigene Fernsehshow moderieren und Gäste interviewen.» Am stärksten schlägt ihr Herz aber für Kinder und sozial benachteiligte Menschen.

Patenschaft für junge Frau

Seit zwei Jahren hat Saranda Maliqi ein Patenschaft für eine junge Frau in Kosovo übernommen. «Sie musste mehrmals am Bein operiert werden. Doch sie hat alles gut überstanden. Sie studiert erfolgreich Medizin und erfüllt sich ihren Lebenstraum.» Dies freut Saranda Maliqi besonders, denn ihr Ziel ist es, dass Bildung und Weiterbildung auch sozial benachteiligten Menschen zugänglich sein soll. «Diesbezüglich wünsche ich mir sehr Miss Schweiz zu werden. Der Titel öffnet viele Türen.» Und die Kontakte würde sie später gerne für eigene wohltätige Projekte nutzen.

Selber beschreibt sie sich als tiefgründigen, wohlüberlegten, direkten, aber freundlichen Menschen, mit viel Sinn für Humor. «Ich gewinne dem
Leben gerne die positiven Seiten ab.» Auf die Frage, weshalb sie in den Final der Miss Schweiz Wahl gehört, meint Saranda Maliqi: «Ich bin ein empathischer und herzlicher Mensch, der sich gut einfühlen und zuhören kann.
Das Amt werde ich gut und mit Leidenschaft ausüben. Ich bin engagiert,
voller Ideen und ein Organisationstalent.»

Zwölf Kandidatinnen schaffen es ins Miss-Schweiz-Finale. Ob Saranda Maliqi dazu gehört, entscheidet sich in der «Missen-Akademie» am Sonntag, 5. Oktober, um 19 Uhr auf Sat.1 Schweiz.