Egerkingen
Schadhafte Fassade vom Schulhaus Kleinfeld muss saniert werden

Wegen der Bruchsteinmauer unter dem mit Rissen übersäten Verputz sind genauere Abklärungen nötig.

Erwin von Arb
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Dis Fassade des Kleinfeld Schulhauses soll im Jahr 2016 umfassend saniert werden.

Dis Fassade des Kleinfeld Schulhauses soll im Jahr 2016 umfassend saniert werden.

HR.Aeschbacher

Die Fassade des Schulhauses Kleinfeld weist an vielen Stellen Beschädigungen auf, die nicht nur die Optik beeinträchtigen, sondern auch die Gefahr bergen, dass Wasser in das darunter liegende Mauerwerk eindringen könnte. Besonders betroffen sind Wände im Bereich der Fenster sowie die Fensterleibungen selbst, wo unzählige Risse festgestellt wurden. Die Kommission für öffentliche Bauten (ÖBK) ist der Meinung, dass eine umfassende Sanierung der Fassade möglichst schnell vorgenommen werden sollte, um weitere Schäden durch die Witterung zu vermeiden.

Erste Offerte überzeugt nicht

Ersten Abklärungen zufolge empfehlen beigezogene Fachleute die Sanierung der Fassade mit einem «elastischen System», welches die Bewegungen des Untergrunds besser aufnehmen könnten. Die Arbeiten umfassen die Reinigung der Fassade, die Armierung der Risse, eine Netzeinbettung sowie einen neuen Abrieb mit zwei Anstrichen. Im Zuge der Sanierung sollen auch die teilweise beschädigten Storen ersetzt werden. Zum Schutz der Fassade soll ferner auf dem Zwischenbau gegen den Sportplatz ein Ballfangnetz montiert werden. Die Kosten für die beschrieben Arbeiten inklusive Gerüst belaufen sich gemäss Offerte auf insgesamt 160 000 Franken. Dieser Betrag soll auf Antrag der ÖBK ins Budget 2015 aufgenommen werden.

Bei der Beratung des Geschäfts im Gemeinderat wurden Zweifel bezüglich der vorgesehenen Sanierung angemeldet. Diese bezogen sich primär auf das aus Bruchsteinen gefertigte Mauerwerk des Schulhauses. Dieses erfordere die Verarbeitung von geeigneten Werkstoffen, um Folgeschäden zu vermeiden. Weiter wurde die Montage eines neuen Ballfangnetzes über dem eingeschossigen Zwischenbau aus denkmalpflegerischer Sicht infrage gestellt. Das Schulhaus mit Baujahr 1905 sei mit der neuen Ortsplanung als schützenswert eingestuft worden, eine solche Massnahme also nicht adäquat.

Realisierung auf 2016 verschoben

Der Rat gelangte einstimmig zur Meinung, dass die Kosten für die Sanierung der Fassade noch einmal fundiert berechnet werden müssen, diesmal jedoch unter Einbezug einer auf Bruchsteinmauerwerk spezialisierten Unternehmung sowie der kantonalen Denkmalpflege. Entscheiden über das Projekt will der Rat nach Vorliegen der Offerte im kommenden Jahr, die Realisierung soll 2016 erfolgen.

Spielwiese wird bei Nässe zum Sumpf

Ebenfalls nichts ins Budget 2015 aufgenommen wurde die Sanierung der Spielwiese auf dem Mühlemattareal, welche gemäss OBK auf 165 000 Franken zu stehen kommen soll. Der Turnverein hatte sich mit einem Schreiben an den Gemeinderat gewandt und beantragt, den Rasenplatz wegen der nicht mehr funktionierenden Entwässerung möglichst bald zu sanieren. Bei Regenfällen bilden sich sumpfige Flächen, die erst nach einer längeren Regenpause wieder austrocknen. Dem Problem soll mittels einer Drainage zu Leibe gerückt werden. Offeriert wurde eine Komplettsanierung des 2500 Quadratmeter grossen Areals mit einem Neuaufbau nach gültigen Sportplatznormen analog dem Umbau des Sportplatzes in Härkingen, wo vor einigen Jahren dieselben Probleme auftraten.

Dass Handlungsbedarf besteht, war im Gemeinderat unbestritten. Allerdings sollten noch weitere Offerten eingeholt werden, wie Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi empfahl. Im Internet sei sie auf andere Methoden aufmerksam geworden, wie der Platz auch ohne Neuaufbau entwässert werden könnte. Zudem wird es von der ÖBK und vom Gemeinderat als sinnvoll erachtet, diese Arbeiten mit der anstehenden Sanierung des Freibades mit geschätzten Kosten von rund 500 000 Franken abzustimmen, zumal auch dort mit Grabarbeiten zu rechnen sei. Die für die beiden Projekte notwendigen Offerten sollen im kommenden Jahr eingeholt und danach dem Gemeinderat vorgelegt werden. Die Kosten für die Sanierung des Freibades und die Entwässerung der Spielwiese sollen danach ins Budget 2016 aufgenommen werden.

Steuern abgeschrieben

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr befasste sich der Gemeinderat mit dem unerfreulichen Thema Steuerabschreibungen. Die Verwaltung beantragte die Abschreibung von 54 Steuerforderungen im Gesamtbetrag von 162 080 Franken, welcher der Gemeinderat widerwillig zustimmte. Gleichzeitig nahm er davon Kenntnis, dass die Verwaltung aktuell ein Outsourcing der Verlustscheinbewirtschaftung prüft und in diesem Zusammenhang Offerten bei spezialisierten Partnern einholt. Zu gegebener Zeit erfolgt ein Antrag an den Gemeinderat.

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