116 Stühle standen am Montagabend in der Bibliothek des Schulhauses Meridian in Gretzenbach bereit, gegen 70 Personen erschienen denn auch zur Info-Veranstaltung bezüglich des Vierspur-Ausbaus Olten-Aarau mit dem Eppenbergtunnel als Kernstück. Eingeladen hatten die SBB. Gemeindepräsident Daniel Cartier konnte die Anwesenden begrüssen und wies darauf hin, dass das Projekt für den Gemeinderat nicht neu sei; es werde «schon seit Jahrzehnten» diskutiert. Es handle sich um ein gigantisches Vorhaben «mit einer immensen Belastung».

Sämtliche planerischen und rechtlichen Fragen müssten vor Baubeginn 2015 geklärt werden. «Das nationale Interesse an diesem Projekt ist erdrückend gross, deshalb ist es ein Anliegen seitens der SBB und der Gemeindebehörden, das Vorhaben der Bevölkerung näherzubringen und verständlich zu machen», so Cartier.

«Gretzenbacher» Teilprojekte

In der Folge stellte das SBB-Team um Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer, die Projektleiter Gabriele Pagliari und Thomas Leisinger sowie Planer Michael Hertweck und Umweltspezialist Martin Müller diejenigen Teilvorhaben vor, die die Gemeinde Gretzenbach im Speziellen betreffen, will heissen: Die beiden Tunnelportale in Gretzenbach und in der Wöschnau sowie den Eppenbergtunnel selbst inklusive Notausstieg zwischen der Bielackerstrasse und dem Hof von Beat Tännler.

Das Team brachte im Wesentlichen keine grundsätzlichen Neuigkeiten dar, welche Kontaktstellenleiter Hansjörg Merz anlässlich seines Referats von letzter Woche am Niedergösger Gewerbetreff nicht auch schon präsentiert hätte (OT vom Donnerstag). Erwähnenswert sei hier, dass als Erstes der Gretzenbacher Bach verschoben, die Oltnerstrasse um 30 Zentimeter angehoben und die bestehenden Lärmschutzwände auf drei Meter aufgestockt werden. Hertweck wies im Speziellen noch darauf hin, dass im Zusammenhang mit dem Bau kontinuierlich Rissprotokolle, Erschütterungs-, Setzungs- und Grundwassermessungen sowie Quellenüberwachungen vorgenommen würden.

Abtransport vor allem per Bahn

Interessant war die anschliessende Fragerunde. So stellte sich etwa heraus, dass zwei Drittel des Tunnelaushubs mit der Bahn abtransportiert und in einer noch zu bestimmenden Deponie untergebracht werden sollen. Der Abtransport auf der Strasse soll via Kantonsstrasse, Schachen, Telli und Autobahnzubringer, respektive via Olten, Aarburg, Rothrist von statten gehen.

Zu reden gab auch das Pumpwerk Spitzacker, welches zur Wasserversorgung von Gretzenbach und Schönenwerd beiträgt. Müller hielt dazu fest: «Wir kratzen an der Grundwasserschutzzone und sind verpflichtet, dass der Grundwasserdurchfluss um nicht mehr als zehn Prozent reduziert wird». Schweizer seinerseits machte keinen Hehl daraus, dass er das Pumpwerk am liebsten versetzen würde.

Unterführungen interessierten

Drittes grosses Thema waren die Unterführungen: Währenddem jene der Güterstrasse um bis zu zwei Meter abgesenkt werden soll, wird, laut Schweizer, die sogenannte «Unterführung Steinlen» westlich der Güterstrasse, die heute von Fussgängern und Velofahren benutzt wird, nicht mehr hergestellt; sie muss den abgesenkten Gleisen weichen. Technisch sei zwar eine Wiederherstellung der «Steinlen»-Unterführung machbar, hielt Schweizer fest, jedoch stünde der Nutzen dafür «in keinem Verhältnis zu den Kosten». Die Unterführung zu den Tennisplätzen Bally-Park hingegen bleibe bestehen. Ebenfalls Thema war der Fussweg von der Kirche hinunter zum Ballypark, der während der gut fünfjährigen Bauphase nicht mehr begehbar sein wird, da in diesem Bereich das Eingangsportal des Eppenbergtunnels zu stehen kommt.

Schliesslich war auch eine Aufstockung der Stützpunktfeuerwehr Schönenwerd ein Thema im Zusammenhang mit der einzurichtenden Rettungsstelle am Eingang des Notausstiegs an der Bielackerstrasse. Hier hielten die Projektleiter fest, dass entsprechende Abklärungen mit der Solothurnischen Gebäudeversicherung am Laufen seien. – Nach der rund anderthalbstündigen Veranstaltung bestand noch Gelegenheit, im kleineren Rahmen weiterzudiskutieren, dies bei einem reichhaltigen, von den SBB offerierten Apéro.