Unangenehmer Besuch bei M.S. am vergangenen Dienstag: Ein Mitarbeiter der Oltner Inkassofirma Kudag Kredit und Darlehens AG will bei ihr im Namen der Gemeinde Schönenwerd offene Steuerschulden eintreiben.

«Er sagte, er sei als Mensch hier und könne mir helfen», schildert die säumige Steuerzahlerin die Begenung. Dann wird der Schuldeneintreiber deutlich: «Er könne auch anders und habe schon Kunden verprügeln müssen», so M.S. gegenüber Tele M1.

Beschimpfung auf Kundenauszug

Im Laufe des Gesprächs mit dem Eintreiber reisst M.S. ihm ein Blatt mit ihren Daten aus den Händen. Als sie dieses genauer betrachtet kann sie kaum glauben, mit welchen Ausdrücken sie bezeichnet wird. Auf dem Dokument sind die Worte «Saujugo», «Scheissjugo» und «Saupack» zu lesen.

«Schulden zu haben, ist kein Ehrendelikt», gesteht M.S. ein, «aber es kann doch nicht sein, dass man mit «Saujugo» betitelt wird.»

Nicht der einzige Fall

Die Inkassofirma bestreitet gegenüber dem Fernsehsender die Drohung. Doch Bezeichnungen wie jene für M.S. seien laut dem Firmeninhaber auch auf anderen Akten zu finden. Vor der Kamera wollte er sich dazu aber nicht weiter äussern.

Für Kuno Tschumi, Präsident des Solothurner Einwohnergemeindeverbandes, ist ein solches Geschäftsgebaren inakzeptabel. «Solche Ausdrücke sind schlicht nicht erlaubt. In diesem Bereich muss sich eine Firma besser im Griff haben.» Die Gemeinde Schönenwerd will die Zusammenarbeit mit der Inkassofirma gemäss Gemeindepräsident Peter Hodel nun beenden.