Das Fussballfeld war schon lange ein Sorgenkind der Gemeinde und die Sanierung nach 36 Jahren in Betrieb überfällig. Insbesondere das Entwässerungssystem war veraltet. Schon bei geringer Niederschlagsmenge floss das Wasser nicht mehr genügend ab, und der Platz musste von der Gemeinde oft gesperrt werden.

Im vergangenen Dezember bewilligte die Gemeindeversammlung von Mümliswil-Ramiswil die Sanierung des Fussballplatzes einstimmig. Mit rund 245 000 Franken wurden die Gesamtkosten für das Sanierungs-Projekt veranschlagt. 20 Prozent davon flossen aus dem Lotterie- und Sportfonds. Der Fussballclub Mümliswil beteiligte sich mit 30 000 Franken an der Sanierung seiner Spielstätte.

Start im Juni statt März

«Die budgetierten Kosten konnten eingehalten werden», gab Gemeindepräsident Kurt Bloch Auskunft. «Es gab keine unvorhergesehenen Probleme, alles ist reibungslos verlaufen.» Gestern wurde der neue Rasen angesät, womit die Sanierung beendet ist. Der vorgesehene Zeitplan konnte indes nicht eingehalten.

Doch weder die Gemeinde oder der FC Mümliswil noch die Egger AG, die für die Sanierung verantwortlich zeichnet, sind daran schuld. «Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», begründete René Zumstein, Vizepräsident des FCM, Verzögerungen. «Die Wetterlage hat es einfach nicht zugelassen, früher zu beginnen», bekräftigte Kurt Bloch. «Es war viel zu lange viel zu nass.» Hätte sich das Wetter heuer im Frühling ähnlich präsentiert wie im Vorjahr, wäre der Platz längst fertig», wissen Bloch und Zumstein.

Wäre Petrus den Guldentalern hold gewesen, wäre bereits im März der Startschuss für die Sanierung erfolgt. «Die Idee war, dass der Fussballplatz zum Start der Saison 2016/17 Mitte August fertig ist», so FCM-Vizepräsident Zumstein. «Mit dem geplanten Umbaustart Ende März hätte es gereicht.» Für das Zweitliga-Team hat die Verzögerung zur Folge, dass es weitere acht Monate auf das nächste Heimspiel warten muss. Die Mümliswiler tragen die elf Vorrunden-Partien zwischen Mitte August und Ende Oktober allesamt auswärts aus. Dafür warten dann in der Rückrunde ab dem 1. April elf Heimspiele. Bis dahin wird der Rasen definitiv bereit sein.

Alp als Ausweichmöglichkeit

Dass auf dem Sportplatz Brühl erst gestern der neue Rasen angesät werden konnte und der Spielplan angepasst werden musste, kommt bei einigen Konkurrenten nicht gut an. «Wie es scheint, hat es der FC Mümliswil nicht geschafft, in einem ganzen halben Jahr voller Auswärtsspiele einen neuen Rasen zu bewerkstelligen», äusserte gestern ein Kommentar-Schreiber auf der Homepage Fussballnetz.ch seinen Unmut.

Und weiter: «Es folgt nun eine Vorrunde wiederum voller Auswärtsspiele? Meine Herren, das ist 2. Liga, nicht ein Grümpelturnier.» Der Solothurner Fussballverband ist da offensichtlich toleranter und billigte die Spielplan-Anpassung zugunsten der Guldentaler. «Wir können es ja nicht ändern, das Wetter lässt sich halt nicht beeinflussen», rechtfertigte René Zumstein.

Wenn überhaupt ein Verein unter den Änderungen leiden würde, dann der FC Mümliswil selber: «Uns werden die Einnahmen vom Klubhaus fehlen, das ist unsere grösste Sorge. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um die Ausfälle zu kompensieren.»

Für die 2. und 3. Mannschaft sowie die Frauen und die Junioren sind die Folgen der Verzögerung nicht so drastisch wie für das Fanionteam. Schliesslich gibt es im Dorf noch den den Fussballplatz Alp. «Der wurde im vergangenen Jahr gespitzt und sollte dadurch eine Weile hinhalten», so Zumstein. «Wir werden dort oben sicher noch ein Festzelt aufstellen. Die 2. und die 3. Mannschaft freuen sich jetzt schon auf die Spiele auf der Alp.» Auf das Zweitliga-Team hingegen warten ab dem 17. August – Saisonstart gegen den FC Härkingen – die nächsten elf Auswärtsspiele.