Eine Treppe ist das zentrale Element auf der Bühne in Holderbank, am Bühnenrand deuten Wände ein Haus an und ein schwarzer Vorhang vollendet das schlichte Bühnenbild. «Is this the real life? Is this just fantasy?» singen die sechs Frauen auf der roten Treppe und eröffnen mit der «Bohemian Rhapsody» von Queen das Theaterstück «Die Frauen von Killing». Sie, die Frauen aus Killing eben, proben den Song für einen Chorabend, den sie gemeinsam durchführen wollen, um die Gemeindekasse zu füllen. «Das tönt doch schon ganz nett», beurteilt der Dorfpfarrer Jakob Wolf, gespielt von Hans Probst, die Gesangseinlage. Doch nicht nur das Vorhaben, einen Chorabend auf die Beine zu stellen, verbindet die Frauen – auch die Tatsache, dass jede von ihnen bei einem Busunglück den Ehemann verloren hat, schweisst sie zusammen.

Nur einer Frau werden von allen Seiten verächtliche Blicke zugeworfen: Anette Schwarz, gespielt von Ramona Gisin. Als sie am nächsten Tag tot aufgefunden wird, direkt nachdem der Lottogewinn eben jener Anette Schwarz bekannt gegeben worden ist, kehrt Unruhe ins Dorf ein. Was geschieht mit dem Gewinn? Wer kann am Ende vom Lottogewinn profitieren? Und wieso taucht plötzlich der Polizist Heinz Finding (Dominik Eggenschwiler) auf, um das Thema Busunglück wieder neu aufzurollen?

Eine Herausforderung

«Das Stück war eine Herausforderung», erklärte Regisseurin Manuela Glanzmann nach den ersten Aufführungen. Die Schauspieler hätten sich aber gut auf das Stück eingelassen, sie sei sehr zufrieden. Glanzmann schrieb den Originaltext von Norbert Franck in die Mundart um, machte gewisse textliche Anpassungen und änderte auch den Schluss des Theaterstückes ab. Doch weiteres dazu sei an dieser Stelle nicht verraten.

Nicht nur die Regisseurin zeigte sich zufrieden mit den Aufführungen, auch Monika Stohler, auf der Bühne als Thea Sprecher zu sehen, wirkte glücklich und erleichtert. Sie ist bereits seit 1987 im Theaterverein dabei und hat seither regelmässig als Akteurin auf der Bühne mitgewirkt.

Neben Monika Stohler und den bereits erwähnten Darstellern Hans Probst, Ramona Gisin und Dominik Eggenschwiler waren ferner zu sehen: Martina Gisin als die verängstigte Greta Wyss, Oskar Hartmeier als verwirrter Chorleiter Roger Amsler, Jörg Meier als Gemeindepräsident Sepp Schweiger sowie Daniel Gisin in der kleinen Rolle als Swisslos-Glücksbote Erich Steiner. Zu den Frauen aus Killing zählen Caroline Eggenschwiler als zielstrebige Susanne Blum, Gabi Schenker als Haushälterin Maria Koch im Pfarrhaus, Anna Walter als trinkfreudige Yvonne Walliser und Nicole Cannon, die in ihrer Rolle als spirituell angehauchte Esther Engler überzeugte.

Schwarzer Humor, bissige Pointen

Obwohl sich die Unterbrechungen nach den einzelnen Szenen aufgrund des Bühnenbildumbaus bisweilen in die Länge zogen, büsste das Stück dank überraschenden Wendungen nicht an Spannung ein. Und wie es die Gattungsbezeichnung «Komödie» bereits vermuten lässt, konnte auch immer wieder gelacht und geschmunzelt werden. Der schwarze Humor und die zahlreichen bissigen Pointen wurden von den Schauspielern gekonnt wiedergegeben. So erntete das Ensemble nach der Aufführung zu Recht einen lang anhaltenden Applaus.

Aufführungen Mi 14., Do 15., Fr 16. sowie Sa 17. Januar, jeweils 20 Uhr.