Egerkingen

Rund 70 Iffelen wurden heuer durch den Dorfkern getragen

Imposantes Schlussbild: Alle Beteiligten finden sich vor der katholischen Kirche ein.

Imposantes Schlussbild: Alle Beteiligten finden sich vor der katholischen Kirche ein.

Die Aussenfeier in Egerkingen gehört zu den besonders eindrücklichen Bräuchen in der Region.

Vor dem Iffelen-Umzug empfing Pfarrer Kenneth N. Ekeugo am Samstagabend in der mit Laternen und erstmals mit Mini-Iffelen beleuchteten Kirche St. Martin Egerkingen den Nikolaus, der den Anwesenden eine eindrückliche Weihnachtsgeschichte erzählte. Primarschülerinnen und -schüler trugen dazu weihnachtliche Lieder vor. Währenddessen bereiteten sich die Träger der Iffelen, die Laternenträger der Unterstufe sowie zwei Treichlergruppen aus Egerkingen und Triengen auf den Umzug vor. Die Gäste aus dem Luzernischen brachten gar versierte Geisslechlöpfer mit.

Leuchtende Iffelen

Mit dem 18-Uhr-Glockenschlag erlosch im Oberdorf die Strassenbeleuchtung. So startete der Umzug. Nur die Kerzenlichter der Laternen, Sternen und Iffelen bewegten sich leuchtend durch die Dunkelheit. Die rhythmischen Klänge der Treichlergruppen drangen durch Mark und Bein. Besonders beeindruckend: die Iffele-Träger. Sie sind weiss gekleidet, tragen ihre Iffele, gewissermassen überdimensionale Laternen in Mitra-Form auf dem Haupt und schwenken diese hin und wieder zur Präsentation ihrer Motive.

Das laute Knallen der Geisslechlöpfer hallte durch die Nacht. Wer genau hinschaute, konnte am Ende des Umzugs den Nikolaus mit Gefolge erblicken. Das Schlussbild aller Beteiligten vor der Kirche endete mit einem kurzen Dankeswort von Nikolaus und einem letzten Liedvortrag. Dann sorgte die Chlausenzunft für den Festbetrieb.

Über 180 Kinder dabei

Die Primarschule von Egerkingen beteiligte sich mit über 180 Kindern an der Aussendfeier. Die Chlausenzunft stellt der Schule jeweils den Holzrohbau zur Verfügung, die Motive zeichnen die Kinder. Dieses Jahr konnten die Zuschauer einen komplett neuen Satz von Mini-Iffelen bestaunen, die von Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klasse erstellt worden waren. Eine Iffel, abgeleitet vom lateinischen Wort Inful, war ursprünglich gleichbedeutend mit
Mitra, der Kopfbedeckung eines Bischofs. Die Chlausenzunft Egerkingen wurde 1997 gegründet. Heute zählt sie 97 Mitglieder. 2005 wurden die ersten zwei Iffelen an einer Aussendfeier präsentiert. Kreiert und angefertigt wurden diese von Wolfgang von Arx. 2009 waren es schon es fünfzig. Jetzt wurden um die 70 Iffelen durch den Dorfkern getragen.

Dieses Jahr wurde im Hinblick auf den kirchlichen Frauenstreik eine neue Iffele mit einer pinkfarbenen Mitra hergestellt. Gezeigt wurde diese in Egerkingen aber nicht, da sie im Aargau «auf Wanderschaft» ist.

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