Um die geschichtsträchtige Ruine Neu Falkenstein in Balsthal für die Nachwelt zu erhalten, rechnet der Kanton jährlich mit Kosten von 10'000 bis 12'000 Franken für Unterhaltsarbeiten. Dabei geht es vor allem um die Instandstellung von Schäden, die im Winter bei Minustemperaturen am nicht frostsicheren Kalkgestein entstehen.

Welchen Umfang die Arbeiten haben, wird jeweils bei einem Kontrollgang festgestellt. Grössere Arbeiten waren letztmals im Jahr 2008 nötig, als ein Mauerstück herausgebrochen war. Seither bewegen sich die Sanierungsarbeiten im erwähnten Rahmen, wie Heinz Hafner vom kantonalen Hochbauamt auf Anfrage erklärt.

Dieses Jahr muss der Kanton allerdings neben den ordentlichen Unterhaltsarbeiten weitere 70'000 bis 80'000 Franken ausgeben, um die Sicherheit rund um die Ruine zu gewährleisten. Dieser Betrag wird eingesetzt, um den Fels unterhalb des Westturms zu sichern.

Ein im Oktober 2018 vom Kanton in Auftrag gegebenes geologisches Gutachten habe aufgezeigt, dass der Fels am Fuss des Westturms der Burg zerklüftet und brüchig geworden sei, bemerkt Hafner. Deshalb habe man beschlossen, eine Felssicherung in Auftrag zu geben.

Gerüst im steilen Gelände

Mit der Ausführung der Felssicherungsarbeiten wurde ein spezialisiertes Unternehmen betraut. Vorgesehen sind insgesamt neun Kernbohrungen mit einer Tiefe von rund sechs Metern. In diese nicht auf einer Linie liegenden Bohrlöcher werden Stangen aus rostfreiem Stahl eingeführt und die Löcher danach mit Spezialmörtel vergossen, um eine Ankerwirkung zu erzielen.

Bevor die Arbeiten im März aber in Angriff genommen werden können, muss im steilen Gelände auf der Westseite der Burg ein Gerüst moniert werden. Hafner schätzt, dass die Arbeiten nach rund zwei Wochen zum Abschluss gebracht werden können.

Beat Allemann, Präsident des aus der Stiftung Burg Neu Falkenstein hervorgegangen Schlossvereins, zeigte sich erfreut über die Aktivitäten des Kantons bei der Ruine. «Wir sind froh, dass wir diese Verantwortung abgeben konnten», meint Allemann mit Blick auf die neuen Besitzverhältnisse. Der Kanton hatte nämlich die Burg im November 2017 nach der Auflösung der damaligen Stiftung übernommen.

Geändert hat sich dadurch faktisch allerdings nicht viel. Bereits zu Zeiten der Stiftung wurden die Arbeiten auf Neu Falkenstein in enger Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege geplant und ausgeführt. Und auch für die Kosten kommt nach wie vor der Kanton auf, mit dem Unterschied, dass das Geld nicht mehr von der Denkmalpflege, sondern vom Baudepartement stammt.