Lebensphilosophie
Roland Mäder: «Die Angst ist der Feind der Liebe»

Der Wolfwiler Roland Mäder schreibt in seinem fünften Buch über die Liebe. Der Schriftsteller ist der Ansicht, dass sich Liebeswünsche immer auf die eine oder andere Art erfüllen, wenn man seine Dogmen über Bord wirft.

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Roland Mäder mit dem Manuskript seines neuesten Buches. Bruno Kissling

Roland Mäder mit dem Manuskript seines neuesten Buches. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Roland Mäder hat sich der Liebe verschrieben. Er ist sich sicher: «Eigentlich ist sie das Wichtigste.» Und schiebt nach: «Aber leider tun die Menschen zu wenig dafür.» Es mag nicht zuletzt diese Feststellung gewesen sein, die den Wolfwiler dazu bewog, einen neuen Roman zu schreiben. Über die Liebe, natürlich. Dieser trägt den Titel «Nocebo» und erscheint im November in Mäders Eigenverlag.

Das fünfte Buch vom Logistiker

«Nocebo» ist bereits Mäders fünftes Buch. 2009 veröffentlichte er erste Kurzgeschichten (sie handelten von der Liebe), es folgten drei Romane, darunter ein erotischer und ein Liebesroman. «Liebe in all ihren Facetten ist mein Leitthema, sie ist meine persönliche Philosophie», erklärt der hochgewachsene Brillenträger. Der 53-Jährige, der beruflich als Logistiker bei der Migros tätig ist, schrieb bereits im Alter von 16 Jahren Liebesgedichte. Seine fünfte Veröffentlichung nun die ultimative Love Story: «Liebe über den Tod hinaus» verspricht der Untertitel – mehr geht nicht.

Die Geschichte in Kurzfassung: Ein Mann und eine Frau lernen sich in jungen Jahren kennen und lieben. Auf einer Reise durch die Zeit (Atlantis, etc.) und philosophische Erkenntnisse begegnen und entschwinden sie einander immer wieder. Der männliche Ich-Erzähler aber ist immer auf der Suche nach ihr. Happy End: nein.

«Die Liebe ist das Wichtigste, sie überwindet alles. Sogar den Tod. Dafür braucht es kein Happy End», ist Mäder überzeugt. Ausserdem erlaube ihm der offene Schluss, eine Fortsetzung zu schreiben – wenn die Geschichte Anklang findet. Diese brachte Mäder innerhalb von sechs Monaten zu Papier. Bereits vor drei Jahren, wie er erzählt, danach liess er es von einer befreundeten Korrektorin gegenlesen.

Eine Bekannte Mäders nannte das Buch einen «philosophischen Sci-Fi-Liebesroman». Mit dieser Beschreibung kann Mäder gut leben. Der Titel «Nocebo», lateinisch für «ich werde schaden», erschliesst sich dem Lesenden aus dem Roman selbst nicht. Im Vorwort aber ist vom «Nocebo-Effekt» die Rede, den Mäder als negative Erwartungshaltung beschreibt und mit «Angst» gleichsetzt. «Die Botschaft, die ich dadurch mitgeben will: Wir haben zu viel Angst. Und Angst ist der Feind der Liebe.»

«Ja, ich liebe dich auch»

Roland Mäder selbst hat keine Angst. «Ich provoziere die Menschen gerne, damit sie aus sich herauskommen», sagt er. Er habe seine Dogmen über Bord geworfen, folge seiner inneren Stimme. «Meine Wünsche gehen vielfach in Erfüllung. Das hat, denke ich, mit meiner Lebensphilosophie zu tun.» Seine Geschichten entstünden, indem er offen auf die Menschen zugehe und sich mit ihnen unterhalte. Am liebsten über tiefgründige, philosophische Themen. Kritik kontere er mit: «Ja, ich liebe dich auch.» Er lacht.

Buchvernissage «Nocebo» am Sonntag, 6. November, um 14 Uhr im Restaurant Grossweier in Schwarzhäusern.