Nur sanft drückt die Baggerschaufel gegen die Aussenwand – schon bricht ein grosses Stück davon weg und zerbröselt. Christoph Kohler von der Mümliswiler Baufirma Fluri, die den Rückbau des Gasthofs Limmernschlucht ausführt, schaut zu und meint: «Beim neueren Teil respektive bei dem, was darunterliegt, werden wir mehr zu beissen haben. Denn da ist der Luftschutzraum.» Wie auch immer: Bis Ende Februar sollen die letzten Überreste des «Reschterants», wie es im Dorf heisst, weggeräumt sein, damit die Aushubarbeiten für den Neubau beginnen können. «Der Fluri Pauli macht Druck», schiebt Kohler nach.

Der einheimische Unternehmer Paul Fluri hat die Liegenschaft samt Parzelle gekauft und will darauf 16 Wohnungen bauen lassen.

«Schweren Herzens aufgegeben»

Das Haus hat eine lange Geschichte, die Anfänge reichen bis ins Jahr 1874 zurück, als der Bau für die Wasserfallenbahn bzw. den Tunnel startete. Die Bahn kam bekanntlich nie zustande, das Gasthaus am Limmernbach aber blieb und erhielt den Namen Limmernschlucht. Ab 1953 übernahmen es Andres und Jeanette Haefely-Pasquier, gefolgt von André und Helene Haefely-Hänggi sowie ab 2003 Andy und Marion Haefely-Glanzmann.

Sie haben den Betrieb per Ende 2013 aufgegeben und die Liegenschaft samt Grundstück verkauft. «Schweren Herzens», wie die beiden damals sagten. Dass man ihnen gegenüber oft beteuert habe, es sei «ewig schade», habe da nicht weitergeholfen. Denn zu klein war mittlerweile der Ertrag, um eine Sanierung zu finanzieren, die das Haus dringend bräuchte. Beziehungsweise gebraucht hätte.