Eine Nachbarschaft, in der die Menschen aneinander vorbeileben und jeder nur für sich schaut. Im Thal ist das bis heute nicht so, und so soll das auch bleiben, fand der Verein Region Thal. Im April 2016 hat er darum das Projekt «Wir sind Eins» ins Leben gerufen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Thal stärken. Dabei liegt der Fokus einerseits auf der Förderung des Kontaktes zwischen den Generationen, andererseits auf der Integration von Migranten und Neuzuzügern. Nach einem Jahr sind nun die ersten Teilprojekte geplant: ein Reparatur-Café und ein Sprachtreff.

«ReparaThal» für Nachhaltigkeit

«Mit den Projekten streben wir einen guten Mix an, um den beiden Hauptziele von «Wir sind Eins» gerecht zu werde», sagt Projektleiterin Josephina Vogelsang. Das Reparatur-Café «Repara-Thal» trage zum Kontakt zwischen den Generationen bei. «Ein pensionierter Mechaniker kann zum Beispiel einer jungen Frau erklären, wie sie ein kaputtes elektronisches Gerät einfach selber flicken kann», erklärt Vogelsang. Ausserdem helfe das «ReparaThal» dabei, Nachhaltigkeit im Thal zu fördern. «Es ist ein Schritt im Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft.» Die Idee für «ReparaThal» kam aus der Bevölkerung. «Wir sind Eins» brachte die Akteure zusammen und half bei der Umsetzung.

Sprachtreff für die Integration

Der Sprachtreff dagegen zielt auf die Integration von Migranten ab. «Häufig besuchen die Leute einen Deutschkurs. Irgendwann ist der aber fertig, und dann gibt es oft wenig Gelegenheit, die Sprache im Alltag zu üben.» Diese Lücke soll mit dem Sprachtreff gefüllt werden. Damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen können Migranten ihre Deutschkenntnisse verbessern, was für eine gute Integration notwendig ist. Zum anderen wird der Kontakt zwischen Migranten und den Menschen im Thal gefördert, was ebenfalls zur Integration und zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. «Wir sind Eins» organisiert den Sprachtreff gemeinsam mit der katholischen und der reformierten Kirche. Input dafür war eine Situationsanalyse, welche die Gemeinde Balsthal durchgeführt hatte. Darin wurden die Angebote für die Förderung der sozialem Integration in der Gemeinde untersucht.

Keine «Top down»-Politik

Dass die beiden genannten Projekte aus einer Zusammenarbeit zwischen interessierten Personen aus dem Thal, einer Gemeinde und dem Projekt «Wir sind Eins» entstanden sind, ist kein glücklicher Zufall. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Gedanke hinter «Wir sind Eins» funktioniert. «Ziel war es nicht, dass die Projektleitung sich etwas ausdenkt und das dann versucht, umzusetzen», sagt Josephina Vogelsang. «Sondern wir wollten immer zuerst schauen, was die Menschen im Thal bewegt». Dazu müssten Bevölkerung und Gemeinden Initiative zeigen. «Ich unterstütze die Gemeinden dabei, ihr eigenes Potenzial zu entdecken und sich weiter zu entwickeln.» So wurde beispielsweise das Dorfleben in Welschenrohr in verschiedenen Gruppen- und Einzelgesprächen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

«Die Ergebnisse habe ich inklusive möglicher Massnahmen dem Gemeinderat präsentiert.»
Auch wenn Pläne für weitere Projekte noch nicht spruchreif sind: Josephina Vogelsang ist zufrieden damit, wie das Projekt «Wir sind Eins» angelaufen ist. In der ersten Phase lag der Fokus darauf, möglichst viele Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen. «In diesem Bereich haben wir einiges erreicht», ist Josephina Vogelsang überzeugt. «Ich habe verschiedene Personen aufgespürt und zusammengebracht. Und jetzt schauen wir gemeinsam, welche Themen sie angehen und bearbeiten wollen.»