Die Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein durfte aus dem Vollen schöpfen. Auf der idealen Infrastruktur des Kavallerie-Reitvereins Balsthal-Thal boten sich perfekte Bedingungen, um die dreijährigen Freibergerpferde von ihrer besten Seite zu präsentieren.

Mit gleichmässigen Bürstenstrichen wird sein Fell auf Hochglanz gebracht, während der stattliche braune Wallach genüsslich Halme aus dem Heunetz zieht. Wer hat das Glanzspray und wo ist die Vorführhalfter? Das interessiert den jungen Freiberger nicht gross, aber seine Besitzer setzen alles daran, den Dreijährigen an seinem grossen Tag bestmöglich vorzustellen.

Am Feldtest wird das Exterieur, also das Aussehen des Pferdes, benotet. Für Typ, Körperbau und Gang werden Noten vergeben und die Rasserichter erkennen Gebäude- und Stellungsfehler, bewerten die typischen Rassenmerkmale. Auch ihre Eignung als Reit- und Fahrpferd können die Youngsters vor den strengen Richteraugen unter Beweis stellen.

Viele Besucher angelockt

Martin Stegmann richtete zusammen mit Philippe Marchand das Exterieur und nahm sich gerne Zeit, dem Publikum zu erklären, wie sich die Noten zusammensetzen und auf was genau beim Charaktertest geschaut wird. «Es gibt hier kein gut oder schlecht in dem Sinne. Manch Reiter wünscht sich ein sportliches, rassiges Pferd, dem er gerne etwas Schreckhaftigkeit verzeiht, während ein anderer Pferdebesitzer viel Wert auf ein ruhiges und gelassenes Tier legt», erläuterte der Rasserichter die Aspekte des Charaktertests.

Die besten Exterieur-Noten erhielt Flori von Erwin Lisser aus Ramiswil, der dreimal die Note 8 erhielt. Stefan Bader, Geschäftsführer der Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein, kassierte Startgeld ein, vergab Startnummern und kümmerte sich um Pferdepässe und Papiere. «37 Jungpferde haben den Feldtest in Balsthal absolviert und alle haben ihn bestanden», freute sich der Mümliswiler über die neue Rekordbeteiligung.

Die Freiberger-Züchter aus der Umgebung wissen um den gut organisierten Anlass und schätzen die Naturalpreise genauso wie die perfekte Infrastruktur. Der neue Sandplatz mit den Massen 55x82 Meter direkt neben der Reithalle wurde kürzlich fertiggestellt und am Donnerstagabend erstmalig benützt. «So musste das Anspannen nicht mehr auf der Strasse geschehen und das hat sich als vorteilhaft erwiesen», so Genossenschaftspräsident Matthias Gygax .

Das Fahren wurde von Hansjürg Fuhrimann gerichtet, der Noten von fünf bis neun vergab für Schritt, Trab, Fahreignung oder Durchlässigkeit. «Die Pferde waren professionell vorbereitet und zeigten sich allgemein sehr gut gefahren. Einzig in der Gangart Schritt hätte das eine oder andere Pferd sicher noch mehr Potenzial, als es gezeigt hat», meinte der Experte und sah grosse Unterschiede im Vergleich zum Feldtest vor noch einem Dutzend Jahren.

Christoph Saner aus Ramiswil hatte alle Hände voll zu tun, da er gleich mit 10 Freibergern vor Ort war. «Unsere Pferde werden zu Hause für die Feldarbeit eingesetzt und kennen ihren Job», schmunzelte der Züchter und erklärte, dass er nach dem Feldtest mit einem 12-Spänner nach Hause fahre. Willy Geiser aus La Cibourg gewann den Feldtest vor Samuel Müller aus Ramiswil, dessen Noe sich im Fahren sehr erfolgreich zeigte. Judith Uebelhard aus Oberbuchsiten ist eine erfahrene Züchterin und mit Nashville erreichte sie am Feldtest den vierten Rang.