Reise
Laupersdörferin wandert mit ihren beiden Pferden ins Engadin - und schläft dabei manchmal unter freiem Himmel

Nava Nicolet aus Laupersdorf läuft seit Anfang Juni mit ihren Pferden Perce-Neige und Dixie Richtung Engadin. Anfang August wird sie voraussichtlich dort eintreffen.

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Nava Nicolet aus Laupersdorf mit ihren beiden Begleitern Perce-Neige und Dixie.

Nava Nicolet aus Laupersdorf mit ihren beiden Begleitern Perce-Neige und Dixie.

zvg

Über 250 Kilometer hat Nava Nicolet bereits unter ihre Füsse genommen: Am 5. Juni ist sie mit ihren beiden Pferden Perce-­Neige und Dixie in ihrem Wohnort Laupersdorf gestartet. Seither sind 48 Tage vergangen. In dieser Zeit lief Nicolet von ihrer Heimat Richtung Baselland, Koblenz, dann dem Rhein entlang bis ins nordöstliche Eck der Schweiz und via Herisau ins Rheintal und Werdenberg. Ihr Ziel: das Engadin.

Schlafen im Stroh oder unter freiem Himmel

Perce-Neige ist 19 Jahre, Dixie 3 Jahre alt. Das jüngere Pferd trägt einen Teil des Gepäcks, zirka 20 bis 25 Kilogramm. Nicolet trägt den Rest, etwa fünf bis sieben Kilogramm. Das ältere Pferd läuft an der Hand mit. Geritten werden die Pferde nicht. «Ich wandere sehr gerne. Alleine unterwegs zu sein, ist aber langweilig», sagt Nicolet. Und weiter:

«Da das jüngere Pferd zu jung fürs Reiten ist und das ältere wenig Freude daran hat, gehe ich den gesamten Weg zu Fuss.»

Die Laupersdörferin hat auf ihrer Reise ein Zelt und einen Schlafsack dabei. Sie schläft entweder im Zelt, bei einem Bauern im Stroh oder unter freiem Himmel.

Essen besorgt sie sich unterwegs in Lebensmittelgeschäften. Bedingung ist, dass sie die Pferde vor dem Geschäft anbinden kann. «Ich kaufe für mich einfache Dinge wie Früchte oder Brot. Manchmal bekomme ich eine warme Mahlzeit und ein Bett angeboten.» Viele Menschen seien sehr hilfsbereit. «Dennoch empfinde ich es als schwierig, auf die Menschen zuzugehen und sie um Hilfe zu bitten. Ich muss dabei über meinen Schatten springen.»

Auch einen mobilen Weidezaun im Gepäck

Für ihre Pferde führt Nicolet Hafer mit. Unterwegs lässt sie die Tiere immer wieder grasen. Abends erhält sie manchmal bei Bauern eine Box mit Heu oder darf die Pferde auf eine Weide stellen. Auch für den Fall, dass keine Umzäunung vorhanden ist, hat sie vorgesorgt: Im Gepäck trägt sie einen mobilen Weidezaun mit. Findet sie für sich und ihre Pferde keine geeignete Unterkunft, wandert sie ins nächste Dorf.

In ländlichen Gebieten wie dem Appenzellerland oder dem Rheintal sei es einfacher, geeignete Unterkünfte für sie und ihre Pferde zu finden. In der Region Basel und Koblenz sei es schwieriger gewesen. Dennoch musste sie bis jetzt nur für Lebensmittel Geld ausgeben.

Voraussichtlich Anfang August wird die Laupersdörferin mit ihren beiden Pferden im Engadin eintreffen. Dort entscheidet sie, ob sie sich abholen lässt oder den ganzen Rückweg, geschätzte 500 Kilometer, wieder zu Fuss absolviert. (ag)

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