Nachdem am Dienstag publik wurde, dass der Gemeinderat Bestimmungen Erlassen hat, welche den Schulalltag in der Primarschule und dem Kindergarten regeln, wurde vor allem ein Thema heiss diskutiert. Gibt es eine Notwendigkeit, Deutsch als Umgangssprache auch ausserhalb des Schulzimmers einzufordern? Andere regionale Primarschulen sehen darin keine Notwendigkeit, wie die Umfrage zeigt.

Schulen verlangen Deutsch

Trotz eines hohen Anteils an fremdsprachigen Kindern, wie dies auch in Egerkingen der Fall ist, sieht die Schulleitung in Oensingen keinen Handlungsbedarf. «Im Moment haben wir keine Probleme», sagt Maja Wyss, Co-Schulleiterin an der dortigen Primarschule. Ihr wäre auch kein Fall bekannt, wo Schweizer Kinder sprachlich ausgegrenzt werden.

Die Schule lege aber Wert darauf, dass während des Unterrichts Deutsch gesprochen werde. Ähnlich klingt es in Kappel. Dort verweist Schulleiterin Therese Chrétien darauf, dass die Schulen zwar gefordert sind, aber keine Notwendigkeit einer solchen Regelung bestehe. «Im Umgang mit den verschiedenen Kulturen bemühen wir uns sehr und finden auch immer eine Lösung», erklärt Chrétien.

Hier wird nur noch Deutsch gesprochen

Der Bericht von «TeleM1» zur neuen Deutsch-Regel

Die Trimbacher Primarschule ist derweil mit einem ähnlich hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund konfrontiert wie in Egerkingen. Massnahmen, wie sie die Gäuer Gemeinde getroffen hat, sieht die Schulleitung aber nicht vor. «Ich spreche ab und zu Kinder in den Gängen darauf an, dass sie Deutsch sprechen sollen», erklärt Schulleiterin Helen Kyburz.

Ansonsten schaue die Schule vor allem darauf, dass im Unterricht auch unter fremdsprachigen Kindern Deutsch gesprochen wird. Es sei laut Kyburz auch noch keine Forderung laut geworden, welche ein Einschreiten in der Manier des Egerkinger Gemeinderats erforderlich gemacht hätte.

Balsthal relativiert

 «In den unteren Klassen haben wir einen Anteil fremdsprachiger Kinder von gut 50 Prozent», sagt Kuno Flury, Schulleiter an der Primarschule Balsthal. Dies führe zum Teil zu Friktionen. So könne, je nach Situation ein Gespräch in einer Fremdsprache, welche nicht verstanden wird, nicht richtig eingeordnet werden. «Je nach Mimik oder auch zum Teil wenn gelacht wird, vermuten die anderen Kinder, dass eine Beleidigung dahinter steckt, weil sie die Sprache nicht verstehen», sagt Flury.

Dies sei tatsächlich immer wieder ein Problem. In Balsthal löst man dies aber damit, dass solche Fälle in den Klassen besprochen werden. Auch die Lehrerinnen und Lehrer sind angehalten, das Gespräch zu suchen, falls eine solche Situation entsteht. Im Moment reichen aber diese Massnahmen, wie Flury sagt. Klar sei aber auch, dass man an diesem Thema dranbleiben müsse. Auf dem Pausenplatz falle ihm jedoch auf, dass beim Spielen die Hauptsprache Deutsch sei. Vor allem darum, weil die verschiedenen Gruppen sich auf diese Weise am besten verständigen können.

«Momentan haben wir keine besonderen Anzeichen, dass Kinder mit Migrationshintergrund andere ausschliessen, indem sie in der Fremdsprache kommunizieren», sagt Remo Rossi, Schulleiter in Wangen. Zudem wäre es aus seiner Sicht sehr schwierig, eine solche Vorgabe konsequent zu kontrollieren. Aus diesen Gründen besteht in Wangen momentan keine solche Regelung. Sollte die Schulleitung aber erkennen, dass dies regelmässig vorkommt, würde sie punktuell eingreifen, wie dies auch bei anderen Ausgrenzungsthemen der Fall sei.

«Dabei erachten wir ein pragmatisches Vorgehen als zielführend.» Hingegen wünscht sich die Wangner Schulleitung eine höhere Präsenz der Eltern an den sogenannten Muki-Deutschkursen, welche für fremdsprachige Mütter und ihre Kinder konzipiert sind. «Die entsprechenden Schülerinnen und Schüler könnten so auch zu Hause vermehrt in unserer Landessprache gefördert werden, was ihnen das Lernen in der Schule wesentlich erleichtern würde», erklärt Rossi.