Seit 2009 Jahren existiert der Verein «Ja zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien im Naturpark Thal». Der rund 100 Mitglieder umfassende Verein, kurz auch NET genannt, hat gemäss Statuten den Zweck «seine Mitglieder und die Öffentlichkeit für die Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien im Naturpark Thal zu sensibilisieren und sie durch Vorträge, Publikationen und dergleichen vertiefend zu informieren. Er unterstützt (…) Bestrebungen, der Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien im Naturpark Thal zu hoher Akzeptanz zu verhelfen.» Nach einem Jahr ohne Tätigkeit wurde diese Woche in Laupersdorf die ordentliche Generalversammlung abgehalten.

Lediglich 13 Personen kamen zur Generalversammlung und genehmigten die ordentlichen Traktanden. Eines davon war allerdings etwas aussergewöhnlich. Niklaus Wepfer, Vereinspräsident führte aus, dass sich der Vorstand entschlossen habe, der GV eine Namensänderung vorzuschlagen. «Künftig soll unser Verein ‹Ja zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energie im Thal› heissen.» Der Begriff «Naturpark» soll nicht mehr im Vereinsnamen geführt werden.

Dies auf Verlangen der Naturpark-Verantwortlichen, wie Wepfer ausführte. «Wir wollen ja niemanden provozieren und ändern den Namen ab heute», so der Präsident. Diesem Vorschlag folgte die Versammlung einstimmig. Vorhandenen Post-Couverts mit der alten Bezeichnung würden aber aufgebraucht, erwähnte Wepfer noch.

Die neue Regierungsrätin

Brigit Wyss, neue Regierungsrätin im Volkswirtschaftsdepartement, hatte mit ihren Ausführungen über die gerade erst vom Regierungsrat abgesegneten Verordnungen des Kantons Solothurn zum neuen Energiegesetz ihren ersten Auftritt nach ihrer Wahl im Thal.

«Wie sieht die Umsetzung des neuen Energiegesetzes im Kanton Solothurn aus?», diese Frage stellte Wyss am Anfang ihrer Ausführungen. Im Kanton Solothurn war die Revision des Energiegesetzes schon ab 2014, also vor der eidgenössischem Ja zum neuen Gesetz weit vorangeschritten, begann sie. Es handle sich um ein schlankes Gesetz, welches viele Details in kantonalen Verordnungen regeln lässt.

Der Kanton Solothurn sei aber «kein leichtes Pflaster», in dieser Thematik, insbesondere weil hier ein grosser Anteil von Gebäuden energetisch veraltet sei. «45 Prozent aller Gebäude sind vor 1961 gebaut worden», so Wyss. Man habe errechnet, dass 200 Mio. Franken aus dem Kanton in die fossile Energie fliesse. «Von diesem Geld möchten wir dank erneuerbarer Energie einen schönen Teil hierbehalten», so die Volkswirtschaftsdirektorin.

Für die Hauseigentümer sollen Anreize geschaffen werden, um die Sanierungsrate zu erhöhen, dies auch bei den Mehrfamilienhausbesitzern. Wichtig sei, die Baufachleute über den neuesten Stand der modernen Technik zu informieren. Wyss: «Wir verfügen heute über ein sogenanntes heterogenes Fachwissen. Wir müssen alle auf den gleichen Wissensstand bringen. Dazu will der Kanton mit Schulungsprogrammen mithelfen.»

Wichtig: der GEAK

Grundsätzlich seien die Verordnungen so ausgestaltet, dass kein Zwang – ausser jenen im Gesetz – zur energiebewussten Sanierung bestünde. «Aber wer im Sinn des neuen Gesetzes Sanierungen vornimmt, soll Geld abholen können.»

Wyss erwähnte in diesem Zusammenhang den GEAK, den Gebäudeenergieausweis der Kantone. Mit diesem kann aufgezeigt werden, wie viel Energie ein Wohngebäude, ein Verwaltungs- oder Schulbau für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und benötigt, und er gibt Hinweise für Verbesserungsmassnahmen.

«Unsere Verordnungen sind keine Revolution. Wir wollen damit umsetzen und vorantreiben, was heute technisch möglich ist.» In den nächsten Wochen werden die Verordnungen von der Umbawiko beurteilt, danach werden sie im Kantonsrat verhandelt. Wenn es zur kantonalen Abstimmung komme, wäre dies anfangs nächstens Jahres. So sei ein Inkraftsetzen des Gesetzes mit den kantonalen Verordnungen im Jahr 2019 möglich, so Wyss.