Die Gespräche mit der Post waren eine reine Alibiübung», meinte Gemeindepräsident Stefan Schneider an der Ratssitzung mit Blick auf die Mitte letzter Woche kommunizierte Schliessung der Poststelle. An ihrer Stelle soll im Volg-Laden eine Postagentur den Betrieb aufnehmen.

Der Gemeinderat hatte sich seit den 2012 aufgenommenen Verhandlungen mit der Post stets vehement gegen die Schliessung der Poststelle ausgesprochen. Weil die ab Juni 2013 reduzierten Öffnungszeiten nicht den gewünschten Erfolg hatten, kündigte die Post im August 2015 erstmals an, eine Agenturlösung zu favorisieren.

Frustration und Genugtuung

Dass die Post diese Ankündigung nun umsetzen will, löste im Rat Frustration aus, was auch deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. Zwar wurde mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass Verantwortlichen der Post die ablehnende Haltung der Gemeindebehörden gegenüber der Agenturlösung respektieren.

Dass aber im gleichen Atemzug eine solche für Welschenrohr angekündigt wird, stiess dem Rat mehrheitlich sauer auf. «Es ist einfach unehrlich, der Gemeinde ein Mitspracherecht zu suggerieren, wenn sie gar keines hat», wurde etwa erwähnt. In Richtung Bundesbern wurden National- und Ständerat für die Billigung einer solchen Gesetzgebung kritisiert, die nur auf das Erreichen von Umsatzzahlen ausgerichtet sei. Die Parlamentarier in Bern politisierten am Volk vorbei und setzten sich über dessen Willen hinweg, wurde moniert.

«Kämpfer» im Rat obsiegten

Im Bewusstsein, dass die Schliessung der Poststelle wohl nicht mehr verhindert werden kann, wurden im Rat Stimmen laut, die sich gegen ein Einlenken der Gemeinde aussprachen. «Wir können doch jetzt nicht einfach klein bei geben, schon der Sache wegen» oder «wir müssen das jetzt durchziehen und der Post klar machen, dass wir die Agenturlösung nicht unterstützen», wurde in der Folge argumentiert. Ein Gemeinderat meinte dagegen, dass er sich mit dem Entscheid der Post abgefunden und deshalb keine mehr Lust habe, weiter zu opponieren.

In der darauf folgenden Abstimmung obsiegten schliesslich die «Kämpfer» im Gemeinderat. Mit sechs Ja- gegen eine Nein-Stimme bei einer Enthaltung wurde beschlossen, der Post innerhalb der 30 Tage laufenden Frist für eine Stellungnahme mitzuteilen, dass sich der Gemeinderat nach wie vor klar gegen eine Schliessung der Poststelle ausspricht. «Nützen wird es wohl nichts, aber die Post und die Bevölkerung sollen erfahren, wie der Gemeinderat in dieser Sache denkt», meinte Gemeindepräsident Stefan Schneider am Ende der emotional geführten Debatte.

Ideen für Pausenplatz eingebracht

Goutiert wurde auch der von der Schulleitung und dem Elternrat gemeinsam erarbeitete Vorschlag für die Umgestaltung des Pausenplatzes beim Schulhaus. Dieser soll mit einem Spiel- und Kletterturm, einem Labyrinth aus Lebzaun, einer überdeckten Begegnungszone sowie diversen Bodenspielen wie Mühle, Himmel und Hölle oder «Mensch ärger dich nicht» ausgestaltet werden.

Die Umsetzung soll etappenweise erfolgen. Der Gemeinderat findet die eingebrachten Ideen gut und wird sich mit dem Projekt so bald als möglich näher auseinandersetzen.

Bewilligt wurden ferner 7200 Franken für die Montage von Sonnenschutzstoren am Gebäude des Thalhofs. Nötig sind diese, weil nach dem Fällen eines nahe dem Gebäude stehenden Baums die Sonneneinstrahlung in den dort eingemieteten Geschäften für übermässige Hitze sorgt.

Verabschiedet wurde auch ein Bruttokredit von 77 000 Franken für die Erschliessung der Rötistrasse. Damit soll die 3,5 Meter breite und 29 Meter lange Strasse finanziert werden. Der Kredit wurde zuhanden der Budgetgemeindeversammlung gesprochen.