Öffentlicher Informationsanlass
Rat der Polizei: «Googeln Sie von Zeit zu Zeit den Namen Ihres Kindes»

Die Jugendpolizei und die Suchthilfe Ost informierten interessierte Eltern in Oberbuchsiten über die Gefahren im Internet. Dabei brachte man dem Publikum einige spannende und bedenkliche Fakten näher.

Markus Nünlist
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Die Jugenpolizei sowie die Suchthilfe Ost machten auf die Gefahren im Internet aufmerksam. (Symbolbild)

Die Jugenpolizei sowie die Suchthilfe Ost machten auf die Gefahren im Internet aufmerksam. (Symbolbild)

Keystone

Unter dem Titel «Internet, Facebook, Twitter & Co – Fluch oder Segen» lud der Gemeinderat von Oberbuchsiten zu einem öffentlichen Informationsanlass in den neuen Gemeindesaal ein. Während zweier Stunden brachten Andrea Schärmeli von der Suchthilfe Ost in Olten und Marcel Dubach von der Jugendpolizei Solothurn den Anwesenden spannende und bedenkliche Fakten rund um Internet, Smartphone und Social Media näher. Obwohl einige Stühle leer blieben, zeigten sich die Initianten mit dem Zuspruch zufrieden. Anwesend war auch der Grossteil der örtlichen Lehrerschaft, da es auch in Oberbuchsiten schon negative Vorkommnisse in diesen Bereichen gab.

Bekannte Probleme und Gefahren

Dass all die verfügbaren elektronischen Helferlein, egal ob im Bereich Hard- oder Software, nebst vielen Alltagserleichterungen auch Probleme und Gefahren bergen, ist hinlänglich bekannt. Noch heikler wird diese Thematik jedoch, wenn sie Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren betrifft. Beeindruckende Zahlen dazu liefert die sogenannte «James»-Studie, welche alle zwei Jahre die Medienaktivität der Schweizer Jugendlichen erforscht. Andrea Schärmeli strich daraus einige markante Prozentwerte heraus. In der Folge ging sie auf das Thema Onlinesucht ein, welche sich in verschiedenen Formen zeigen kann. Schärmeli machte auf mögliche Anzeichen aufmerksam und gab präventive Tipps mit auf den Weg.

Verbieten oder einschränken?

Ein weiterer, enorm weitläufiger Themenbereich sind die diversen boomenden Social-Media-Plattformen, von denen Facebook und Twitter nur gerade die bekanntesten sind. Hierbei wie auch im Computerkonsum allgemein taucht von Elternseite immer wieder die Frage nach Verboten oder technischen Einschränkungen auf. Diesbezüglich war man sich im gegenseitigen Austausch einig, dass solche heikel bis schwierig umzusetzen sind. Bei Nutzungsquoten von 82 Prozent und höher grenzen Verbote schon fast an «soziale Ausgrenzung», war zu vernehmen. Ausserdem sind gerade die inzwischen auch bei Jugendlichen weitverbreiteten Smartphones schwieriger abzusichern als der heimische Computer.

Andrea Schärmeli wie auch Marcel Dubach rieten deshalb zum offenen Dialog über diese Themen sowie zur Sensibilisierung der jungen Nutzer auf die potenziellen Gefahren. Auch mit dem Kind «befreundet sein» auf Facebook erlaube keine wirkliche Kontrolle. «Googeln Sie von Zeit zu Zeit den Namen Ihres Kindes», lautete deshalb ein heisser Tipp der Beraterin.

Grenze zur Illegalität oft unklar

Von der strafrechtlichen Seite beleuchtete Marcel Dubach die genannten Themenbereiche. Dabei schnitt er auch die unselige Tatsache der höchst einfach verfügbaren Pornografieseiten an. Viele Jugendliche - und wohl auch viele Erwachsene - wüssten gar nicht, ab wann die Grenzen der Legalität überschritten würden. Grundsätzlich sei zwischen erlaubtem Besitz und Konsum sowie der verbotenen Weitergabe zu unterscheiden.

Es seien auch zweierlei Sachen, wie Dubach darlegte, ob man jemandem auf dem Schulhof verbal bedrohe oder das Gleiche auf Facebook poste. Elektronische Drohungen oder Schmähungen seien strafrechtlich relevanter. Auch die meist rüde Umgangssprache der Jugendlichen könne in Lettern gefasst eher zu Problemen führen. Dubach liess jedoch mehrmals durchblicken, dass in all diesen Belangen ein gesundes Augenmass an den Tag gelegt werden müsse. Letztlich sollte wie überall im Leben auf die Selbstverantwortung abgestellt und zu Hause wie in der Schule flankierend genügend Prävention betrieben werden.

Themen unter Eltern diskutieren

Dies führte unweigerlich zu Stimmen aus der Runde, dass derartige Anlässe stets «von den Falschen» besucht würden. Dem hielten die Referenten entgegen, dass man halt vermehrt in der Elternschaft solche Themen diskutieren solle. Ohnehin zeigten sich die Anwesenden sehr aktiv und holten teils anhand eigener Fallbeispiele Tipps und Ratschläge bei den Fachleuten ein. So stiess denn auch der Literaturtisch mit zahlreichen themenbezogenen Flyern, Infobroschüren und Linklisten auf rege Nachfrage.

Die am Anlass abgegebene umfangreiche Linkliste lässt sich unter www.perspektive-so.ch, Suchtprävention und Gesundheitsförderung, Partner/Links herunterladen.

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