Gemeinderat Mümliswil

Rainmattstrasse: Doch eine andere Variante Möglich

Die Situation an der Rainmattstrasse soll entschärft werden.

Die Situation an der Rainmattstrasse soll entschärft werden.

Der Gemeinderat Mümliswil nahm die Beschwerde von 50 Anwohnern in Sachen Rainmattstrasse ernst

Die Rainmattstrasse war seit langem immer wieder ein Diskussionspunkt im Gemeinderat. Denn diese Strasse wird gerne als Abkürzung von der Kantonsstrasse in die Langenbruckstrasse benützt. Immer wieder kam und kommt es zu prekären Situationen, weil diese Strasse auch als Schulweg dient und weil der Begriff «angemessene Geschwindigkeit» gerne individuell ausgelegt wird – vor allem im unter Nadelöhr der sogenannten «Lättgass». Kommt noch dazu, dass viele Navigationssysteme Ortsunkundigen leider genau diesen Weg aufzeigen.

Im letzten Jahr ging dann ein offizielles Gesuch von Anwohnern ein, die dringend eine Verkehrsberuhigung beantragten. Die Werk- und Umweltschutzkommission (WUSK) erhielt vom Gemeinderat den Auftrag, die Möglichkeiten abzuklären und entsprechend wieder Antrag zu stellen. Am 5. März lagen dem Rat drei Varianten vor: 1. komplette Sperrung für jeglichen Verkehr des unteren Strassenabschnitts (Lättgass), 2. Fahrverbot für den motorisierten Verkehr an der Rainmattstrasse und am Haldenweg mit Zubringerdienst und 3. Ausdehnung der zweiten Massnahme auf die Weihermattstrasse. Die WUSK beantragte dem Gemeinderat eindeutig die Variante 3.

Mehrverkehr befürchtet

Der Gemeinderat entschied sich dann – nach einer Variantenabstimmung mit 6 zu 2 Stimmen – für die 2. Variante. Die Ausschreibung der verkehrspolizeilichen Massnahme erfolgte am 19. März. Innerhalb der Einsprachefrist traf jedoch eine Beschwerde beim Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) ein, die von 50 Anwohnern des Weihermattquartiers und teilweise der oberen Rainmattstrasse unterzeichnet war. Sie befürchten, dass sich der Schleichverkehr via obere Rainmattstrasse auf die Weihermattstrasse verlagern wird. Tatsächlich war während einer Bauphase im unteren Bereich der Rainmattstrasse ein erheblicher Mehrverkehr in der Weihermatt festzustellen.

Der Gemeinderat stand nun vor der Wahl, auf seinen Beschluss zurückzukommen oder darauf zu bestehen und damit einen längeren Rechtsstreit zu riskieren. Nach kurzer Diskussion beschloss der Rat mit grossem Mehr, die Beschwerdegründe zu anerkennen und entschied sich somit für die ursprünglich von der WUSK beantragte Variante 3. «Das ist eine gute Lösung, wird eine ausgedehnte Verkehrsberuhigung doch immerhin von 50 Personen in den betroffenen Wohnquartieren gewünscht», meinte Gemeindepräsident Kurt Bloch. Die Vernehmlassungsantwort ging umgehend an das zuständige AVT in Solothurn. Von dessen Antwort hängt das weitere Verfahren ab.

Planschbecken ja oder nein?

Anfang 2014 konnte der Betrieb im Hallenbad Brühl nach einer mehrmonatigen Sanierungsphase wieder aufgenommen werden (wir berichteten). Aus verschiedenen Gründen konnte damals die Aussenanlage nur provisorisch instand gestellt werden. Im Budget 2015 wurden im Dezember 25 000 Franken für die Sanierung des Aussenbereichs festgelegt. Dem Rat lagen nun konkrete Pläne für die Aussengestaltung vor sowie die Kosten von 38 000 Franken. Darin enthalten sind die obligatorische Erschliessung des Durchschreite-Beckens (ca. 14 000 Franken) und ein Planschbecken für rund 20 000 Franken. Die Sport- und Hallenbadkommission kam angesichts der enormen Zahlen in Zweifel, ob Kosten-Nutzen für ein so teures Planschbecken in einem gesunden Verhältnis stehen. Zumal für weitere Investitionen, wie Spielgeräte oder Grill kein Geld mehr zur Verfügung stehen würde.

Planschbecken ja oder nein wurde in der Ratssitzung fast zu einer Glaubensfrage. «Wie oft wird (oder kann) das Planschbecken überhaupt genutzt», wurde dann aus dem Rat gefragt. Eine Entscheidungshilfe waren schliesslich die Zahlen von Markus Saner, der seit 36 Jahren die Guldentaler Wetterdaten minutiös festhält. Als Definition galt: 25° Celsius Aussentemperatur, mässig bewölkt, leichter Wind und trockener Boden in dem Monaten Juni bis August. Es zeigte sich, dass in den letzten sieben Jahren ein solch ideales Badewetter für Kleinkinder durchschnittlich nur an 25 von 92 Tagen herrschte – im Jahr 2014 waren es sogar nur 14 Tage. Aufgrund dieser Daten beschloss dann der Gemeinderat grossmehrheitlich, auf das Planschbecken zu verzichten und den budgetierten Kredit um 5000 auf 30 000 Franken zu erhöhen. Die Arbeiten werden nun rasch möglichst in Angriff genommen, damit zur Sommersaison eine für Familien und Erholungssuchende attraktive Hallenbadumgebung geboten werden kann.

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