Im Vorfeld der 113. Generalversammlung der Raiffeisenbank Mümliswil-Ramiswil und Holderbank, die am Samstagabend in der vollbesetzten Aula stattfand, war vor allem ein Traktandum im Fokus: Der Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Dünnerntal (wir berichteten). Der Fusionsvertrag und -bericht sehen vor, dass der Schulterschluss rückwirkend per 1. Januar 2016 erfolgt.

Danach wird die Bank neu unter dem Namen Dünnerntal-Guldental auftreten. Die Raiffeisenbank Mümliswil-Ramiswil und Holderbank wird die Aktiven und Passiven von Dünnerntal übernehmen. Der Anteilschein beider Banken wird in einen Schein der Raiffeisen Dünnerntal-Guldental eingetauscht (1:1) und der Eintrag der Raiffeisen Dünnerntal wird im Handelsregister gelöscht.

Absolutes Mehr reicht nicht

Nach den Erläuterungen von Peter Ackermann, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen Mümliswil-Ramiswil und Holderbank, zu den Inhalten, die unter anderem bereits an der Orientierungsversammlung vom 25. Januar 2016 bekannt gegeben worden waren, gab es keine Fragen zu beantworten – weder zum Beschluss noch zur Fusion.

Für den rechtskräftigen Beschluss des Zusammenschlusses ist ein qualifiziertes Mehr von 2/3 erforderlich. Bei den 352 anwesenden Stimmberechtigten entspricht das einer Zahl von 235 benötigten Ja-Stimmen. Grosser Widerstand im Guldental war allerdings nicht zu erwarten, dies bestätigte sich auch im Stimmergebnis: 346 sagten Ja zum Zusammenschluss. Nein-Voten erfolgten keine – Enthaltungen nahmen keinen Einfluss auf das Quorum.

Beat Bieli, Marianne Kamber und Franz Millonig gaben an dieser Generalversammlung ihren Rücktritt als langjährige Verwaltungsräte. Im Hinblick auf die bevorstehende Umstrukturierung wurden deshalb als Ersatz vorgeschlagen: Cornelia Dippon, 1965, aus Oensingen, bisher Verwaltungsratspräsidentin der Raiffeisen Dünnerntal; Sonja Kamenzin, 1968, bisher VR-Mitglied bei Dünnerntal, und Roland Studer, 1962, bisher VR-Mitglied, Aktuar und Vize-Präsident bei Dünnerntal. Dippon übernimmt zusätzlich das Präsidium der neuen Raiffeisen Dünnerntal-Guldental. Die Neubesetzung des Verwaltungsrates und die neue Präsidentin wurden einstimmig gewählt. Peter Ackermann, der bisherige VR-Präsident, wird danach als Vize der Bank weiterhin erhalten bleiben.

Entscheid noch nicht gültig

Der am Samstag gefällte Entschluss tritt jedoch nicht per sofort in Kraft. Es bleibt abzuwarten, wie die Mitglieder der Raiffeisenbank Dünnerntal an der Generalversammlung vom 1. April darüber befinden werden – dies gilt für den Fusionsbeschluss sowie die Neuwahlen des Verwaltungsrates.

Der Zusammenschluss hat auch zur Folge, dass der Geschäftskreis erweitert wird. Nebst Mümliswil-Ramiswil und Holderbank gehören neu dazu: Gänsbrunnen, Welschenrohr, Herbetswil sowie Matzendorf. Aktuell verfügt die Bank im Guldental über einen Erschliessungswert von 74,8 Prozent – 54 neue Mitglieder kamen im vergangenen Jahr dazu.
Trotz des wirtschaftlich turbulenten Jahres, wie es VR-Präsident Peter Ackermann nannte, kann die Raiffeisen auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurückblicken, steigerte sie ihren Jahreserfolg doch von 483 000 auf 516 000 Franken, was einem Plus von 6,9 Prozent entspricht. Aufgrund dieses Resultats und trotz des tiefen Marktzinsniveaus, wurde der Antrag die Anteilscheine zu 6 Prozent zu verzinsen stattgegeben.