Welschenrohr
Radium-Sanierung im Uhrenmuseum ist abgeschlossen

Zur 14. Generalversammlung kehrten die «Freunde der Thaler Uhrmacherei» in die sanierten Räume zurück.

Walter Schmid
Drucken
Teilen
Ein spezialisiertes Unternehmen entfernte die radioaktiven Rückstände. Archiv

Ein spezialisiertes Unternehmen entfernte die radioaktiven Rückstände. Archiv

zvg

Die «Freunde der Thaler Uhrmacherei» versammelten sich im renovierten «Beatrice Bastos-Allemann Saal» zur ordentlichen Generalversammlung unter der Leitung von Präsident René Allemann. Damit die 23 anwesenden Vereinsmitglieder überhaupt an diesem geschichtsträchtigen Ort zusammen kommen konnten, bedurfte es einer aufwendigen Sanierung, die nun abgeschlossen ist. Sie war nötig, da sich vor allem im Boden Rückstände von Radium feststellen liessen. Mit Radium wurden in den sechziger Jahren die Zahlen auf den Zifferblättern der Uhren in der Nacht zum Leuchten gebracht. In Form von radioaktiven Rückständen hinterliess die Uhrenproduktion besonders im Saal des Uhrenmuseums aber auch im Aussenbereich gesundheitsgefährdende Spuren.

Aufwendig sanierter Saal

Unterdessen sind diese beseitigt: Der Saal ist mit einem neuen Boden versehen. Die Sanierungskosten dürften sich auf über 100'000 Franken belaufen, wobei der Bund 95 Prozent übernimmt. Dank uneigennützigem Einsatz der Vorstandsmitglieder ist der Saal nach der Sanierung wieder zur Benützung hergerichtet. Darüber freut sich Andreas Fluri, der Betreuer des Museums: «Mit einiger Verzögerung können wir das Projekt ‹Uhrenbau› starten. Erwachsene und Schüler sind eingeladen, ihre eigene Uhr zusammenzustellen.»

Mit 400 Personen hielt sich der Besuch des Museums im letzten Jahr im üblichen Rahmen. «13 Gruppen durften wir durch unsere Räume führen, es dürften aber noch mehr sein», sagte René Allemann. Der Präsident würde sich ein Besucher-Wachstum erhoffen. Er gab einen kurzen Überblick auf die Aktivitäten des Vereins: Es waren dies der internationale Museumstag, verbunden mit Kulturtag, die GV des Museumsverbundes Solothurn und die DV Region Thal mit der Verabschiedung von Markus Egli als Präsident von «Kultur im Thal». Der Mitgliederbestand pendelte sich bei 109 Personen ein.

Schwierige Finanzlage

Nach dem Wegfall namhafter Spenden musste Norbert Fink eine defizitäre Jahresrechnung präsentieren. Stark ins Gewicht fallen die Miet- und Nebenkosten. Nur dank dem Gemeindebeitrag von 10'000 Franken kann das Museum weiterbetrieben werden. «Noch verfügt der Verein über Reserven – zum Teil zweckgebundene – die aber bei weiteren Defiziten bald aufgebraucht würden», stellte Verwalter Fink fest. So macht man sich Gedanken über neue Geldquellen wie Sponsoren, Schenkungen, Spenden, neue Mitgliedschaften. Auf die Erhöhung der Jahresbeiträge der Mitglieder wird jedoch verzichtet.

Das Uhrenmuseum Welschenrohr ist jeweils am ersten Sonntag im Monat geöffnet.