Ballettaufführung

Raben, Dorfmädchen und Wolken tanzten in Trimbach

Über 100 Kinder und Jugendliche der Oltner Ballettschule Marianne Künzi brachten am Wochenende das Grimmsche Märchen «Die sieben Raben» auf die Bühne des Trimbacher Mühlemattsaales.

In zwei Aufführungen – einer am Samstagabend und einer am Sonntagnachmittag – zeigten die vier- bis 17-jährigen Balletttänzerinnen und -tänzer, was sie seit September vergangenen Jahres einstudiert hatten.

In aufwendigen und mit viel Mühe gefertigten Kostümen tanzten sie zum Beispiel als kleine Dorfmädchen, als Wolken, Sonnenstrahlen, glitzernde Sterne und grüne Glühwürmchen mit kleinen Lämpchen zu ausschliesslich klassischer Musik. Die Darstellenden kamen gänzlich ohne Worte aus und vermittelten die Handlung einzig durch ihren tänzerischen Ausdruck zur Musik.

Eine Zusammenfassung des Märchens «Die sieben Raben» befand sich glücklicherweise im Programmheft der Ballettvorstellung – ohne Vorkenntnisse der Handlung wäre diese nur schwer zu verstehen gewesen.

Fabelhafte Tänze

So wusste man, dass es um Lisa – hervorragend getanzt von Sylvie Mohler – geht: ein kleines Mädchen, dessen sieben Brüder sich durch eine Verwünschung des Vaters in schwarze Raben verwandelt hatten und davon geflogen waren. Am Tag von Lisas Nottaufe – sie war ein schwächliches Kind, doch nach sieben Buben die lang ersehnte Tochter – hatten die sieben Brüder den Krug, mit dem sie Taufwasser holen sollten, in den Brunnen fallen lassen. Der Vater tadelte die Kinder daraufhin und sein Wunsch, sie mögen sich in Raben verwandeln, wurde sofort erfüllt.

Beeindruckend buntes Treiben

Auf der Bühne herrschte über weite Strecken ein beeindruckend buntes Treiben tanzender Kinder, ohne dass die Handlung der Geschichte vorangekommen wäre. Wichtige Schlüsselereignisse, wie zum Beispiel der in den Brunnen fallende Krug, geschahen hingegen anscheinend nebenbei und völlig unspektakulär. Liess man sich völlig einnehmen von den fabelhaften Tänzen der Kinder, lief man deshalb Gefahr, wichtige Teile der Handlung zu verpassen.

Dem Programmheft konnte man entnehmen, dass Lisa auf dem Bauernhof ihrer Eltern eine glückliche Kindheit verlebte und erst Jahre später von Leuten im Dorf erfuhr, dass sie früher einmal sieben Brüder hatte, die sich am Tag ihrer Taufe in Raben verwandelt hatten. Lisa fühlt sich schuldig, will die Brüder erlösen und macht sich nachts heimlich auf den Weg, um sie zu suchen.

Bezauberndes Tanzmärchen

Im zweiten Akt durchtanzt Lisa die Welt bis an deren Ende. Die Sonne und der Mond wollten ihr nicht helfen, aber der Morgenstern gab Lisa ein Knöchelchen, mit dem sie den Glasberg aufschliessen kann, in dem ihre sieben verwunschenen Brüder sind. Zusammen mit einem Zwerg deckt das Mädchen im Glasberg den Esstisch für die sieben Raben und versteckt in einem der Becher einen Ring der Mutter. Die Raben finden den Ring, erkennen ihn und wünschen sich ihre Schwester herbei. Lisa tritt aus ihrem Versteck hervor - die Brüder sind erlöst und die begeisterten Zuschauer aus einem bezaubernden Tanzmärchen entlassen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1