Bürgergemeindepräsident Stefan Eggenschwiler konnte bei der Bürgergemeindeversammlung in Laupersdorf 15 Stimmberechtigte begrüssen. Ein dominantes Traktandum war die mit Holzschnitzel betriebene Heizanlage im Gemeindezentrum. «Diese ist nun rund 30 Jahre alt und muss altersbedingt ersetzt werden», erklärte der Präsident einleitend. Eine vorberatende Arbeitsgruppe hat sich mit dem Thema befasst, die Bürgergemeinde als Lieferantin der Holzschnitzel war in der Gruppe integriert. Die Kosten für eine neue Holzheizung mit Elektrofilter und Schwenktüre, den Ersatz von Regelung, Abgasanlage und Pumpen sowie der Einbau eines Ölkessels (dieser hat die Funktion eines Notkessels) werden mit insgesamt 480 000 Franken veranschlagt.

Die Gründe für die Beteiligung

Die vorberatende Arbeitsgruppe und der Gemeinderat der Einwohnergemeinde schlugen die teurere Variante mit dem Einbau eines Ölkessels vor. Aus Kostengründen wäre diese Variante für die Einwohnergemeinde nicht möglich gewesen, deshalb möchte sich nun die Bürgergemeinde mit 45 000 Franken an der Sanierung beteiligen. Es könnten noch mehr Privatliegenschaften an der Höngerstrasse an den Wärmeverbund angeschlossen werden. Dies hätte einen Mehrverbrauch von 250 bis 300 Kubikmetern an Holzschnitzeln zur Folge. «Die Holzschnitzel sind ein Kerngeschäft der Bürgergemeinde. Der Reingewinn beträgt jährlich rund 12 000 bis 15 000 Franken. «Holzschnitzel sind ein ökologischer Brennstoff, es gibt kurze Transportwege und die Wertschöpfung bleibt in der Region», erwähnte Stefan Eggenschwiler. Zwei Kessel (Holz und Öl) würden im Weiteren eine bessere Betriebssicherheit bei allfälligen Störungen garantieren, argumentiert Eggenschwiler. Wesentlich sei im Weiteren, dass die Einwohnergemeinde Laupersdorf seit Jahren eine verlässliche Partnerin als Käuferin von Holzschnitzeln ist. Dieser Argumentation konnten sich alle anwesenden Stimmberechtigten anschliessen, sodass der Kredit von 45 000 Franken als Beitrag der Bürgergemeinde an die Sanierung der Heizungsanlage im Gemeindezentrum einstimmig bewilligt wurde.

Voranschlag 2015 mit Defizit

Der Voranschlag 2015 der Bürgergemeinde Laupersdorf, der von der Verwalterin Hedi Büttler-Schaad präsentiert wurde, sieht bei einem Aufwand von 589 260 Franken und einem Ertrag von 549 574 Franken einen Aufwandüberschuss von 39 686 Franken vor. Verantwortlich dafür ist vor allem der von der Versammlung beschlossene Kredit von 45 000 Franken an die Sanierung der Heizungsanlage im Gemeindezentrum. Für die Drainage (Allmend) sind wegen Ersatz von Leitungen 2000 Franken im Voranschlag 2015 eingesetzt (bisher nur 1000 Franken). Bei der Forstrechnung sind die Unternehmerleistungen mit 106 000 Franken (Voranschlag 2014: 93 000 Franken) etwas höher budgetiert. Die Gesamt-Rechnung besteht aus den drei TeilBereichen Bürgerrechnung, Allmend-Rechnung und Forst-Rechnung. Die Bürgerrechnung (Bürgerrat, Verwaltung, Beiträge an Organisationen) sieht bei einem Aufwand von 96 695 Franken und einem Ertrag von 18 016 Franken (entspricht dem Zinsertrag) einen Aufwandüberschuss von 77 679 Franken vor. Weiterhin bezahlt die Bürgergemeinde einen Beitrag von 5000 Franken an die Seniorenfahrt, welche die Einwohnergemeinde (Kulturkommission) alljährlich organisiert. Die Allmend-Rechnung sieht bei einem Aufwand von 44 875 Franken und einem Ertrag von 81 753 Franken einen Ertragsüberschuss von 36 878 Franken vor. Hauptausgabeposten sind die Besoldung des Weidhirten, die Unterhaltskosten für die Weidhütte Goleten, der Weidebetrieb und der Lebhag im Gebiet Goleten. Haupteinnahmequellen sind die Allmend-Pachtzinse, die Weidtaxen und der Sömmerungsbeitrag.

Forstrechnung mit Ertrag

Die Forst-Rechnung, den Forst betreibt die Forstbetriebsgemeinschaft Laupersdorf-Matzendorf, sieht für die Bürgergemeinde Laupersdorf bei einem Aufwand von 448 690 Franken und einem Ertrag von 449 805 Franken einen Ertrag von 1115 Franken vor. Für die Einnahmen aus den Holzverkäufen sind insgesamt 345 840 Franken budgetiert. Die Akontozahlung inklusive Mehrwertsteuer an die Forstbetriebsgemeinschaft beträgt für Laupersdorf 232 500 Franken. Der Voranschlag 2015 der Forstbetriebsgemeinschaft Laupersdorf-Matzendorf sieht Ausgaben von 589 908 Franken vor. In der Investitionsrechnung sind 10 000 Franken für den Ersatz eines Autos für das Personal vorgesehen. Der Voranschlag 2015 wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.