Zur Eröffnung des Kirchenkonzerts spielten der Nachwuchs, die «Frohsinn-Kids», derzeit zehn Kinder, ein Medley von bekannten Weihnachtsliedern und das legendäre «Hallelujah» von Leonard Cohen. Sie bewiesen vor einem grossen Publikum ihre enormen Fortschritte, die sie mit dem musikalischen Leiter Wolfgang Nussbaumer bereits machten. Thomas Brunner, Repräsentant der Brass Band Frohsinn, begrüsste das Publikum mit den Worten: «Die Zeit von Weihnachten liegt in der Luft, mit Liedern und Klängen wollen wir Sie heute zur Adventszeit einstimmen.» Toni Rüegg führte als Moderator durch das Programm, gab kurze, prägnante Hinweise zu den einzelnen Kompositionen und baute eine amüsante Adventsgeschichte ein.

Die 14 Sänger des Männerchors unter der Leitung von Aliia Iskhakova sangen zuerst «Weihnachtszeit», eine Volksweise aus England. Sehr zu gefallen wusste auch «Good News», ein Spiritual in englischer Sprache, arrangiert von der Dirigentin selber. Hier gelangen die Wechsel zwischen Tenor- und Bassstimmen brillant. Schwieriger zu bewältigen – weil auch sehr hohe Tonlagen vorkamen – waren die Klassiker «Abendfrieden» von Franz Schubert und «Jägerchor» aus der Oper «Freischütz» von Carl Maria von Weber. Aber auch hier war die gesangliche Leistung gut.

«Boris et Natacha»

Der Schülerchor der 5. und 6. Klasse der Primarschule Laupersdorf stand unter der Leitung von Ruedi Berger und David Egger. Dieses Jahr waren Weihnachtslieder aus aller Welt angesagt. Bei «On Christmas Day» aus England aus dem 17. Jahrhundert segeln drei Schiffe nach Bethlehem und die anfänglich sanfte Melodie entwickelt sich zum Seemannslied. «Boris et Natacha» stammt aus Frankreich und hier fährt ein Pferdegespann, eine Troika, durch den Winterwald der Ukraine zum Zaren. «El Noi de la Mare» ist ein Lied aus Katalonien und «Blinke, blinke kleiner Stern» stammt aus Ungarn.

Bei diesem Volkslied kann man förmlich die Sternschnuppen flitzen sehen. Der Chor brillierte auch mit einer sprachlich guten Leistung und der zweite Teil des Liedes mündet in einen Kanon. Bei «El burrito de Bélen» aus Venezuela, wo ein kleiner Esel die lange Reise nach Bethlehem bewältigt, gab es auch Sologesänge der Hirten und eine Rhythmus–Gruppe sorgte für den südamerikanischen Touch. Der Schülerchor faszinierte mit sehr reinem, dynamisch starken Gesang und die hohen Töne wurden sehr fein angesungen. Lehrer David Egger begleitete die Lieder am Piano.

«Le Calife de Bagdad»

Die Brass Band Frohsinn stand unter der Leitung von Wolfgang Nussbaumer. Sie eröffnete ihren Konzertpart mit «Tambourin» des Komponisten Francois-Joseph Gossec (1734 – 1824) aus Belgien in einem Arrangement für Brass Bands von Alan Fernie. Die entzückend helle und lebhafte Musik war ursprünglich für Flötisten geschrieben worden. Mit «Mid Winter» von Gustav Holst, arrangiert von Stephen Bulla, wurde das Konzert fortgesetzt. Gustav Holst fasste den Text dieses berühmten Weihnachtsliedes 1906 für die erste Ausgabe des Gesangsbuches «The English Hymnal» in Musik. Er selbst nannte das Lied «Cranham», in Anspielung auf seinen Geburtsort in der Nähe von Cheltenham im Westen Englands.

Ein musikalischer Höhepunkt der besonderen Art war die Ouvertüre zur Oper «Le Calife de Bagdad» von Fr. A. Boieldieu, arrangiert von Wesley Brown. Inhaltlich geht es um Liebe und Verwicklungen. Es gibt aber ein Happy End. Musikalisch verlangt das Werk den Interpreten einiges ab, und der Vortrag gelang vorzüglich. Brillant spielten auch die Solisten Andrea Probst-Brunner am Cornet und Simon Probst am Horn. «De Zee» von John Ewbank, festlich und fanfarenhaft, war einst zur Eröffnung des Fussball-Stadions «Amsterdam Arena» komponiert worden. Solistisch überzeugte hier Dagmar Schaad-Brunner auf dem Cornet.

Zum Abschluss des Konzertes der Brass Band Frohsinn erklang «Silver Bells» von J. Livingstone & R. Evans. Es ist ein bekanntes Weihnachtslied mit einer eingängigen und beschwingten Melodie. Zum Schluss formierten sich alle Musiker, Musikerinnen, Sänger und Sängerinnen zum Lied «Du frogsch mi, wär i bi» aus dem Bernbiet. Der Erlös der Kollekte kommt der Aktion «Denk an mich» zugute. Draussen gab es nach dem Konzert Glühwein, Punsch, Lebkuchen und Biberli, offeriert von der Bürgergemeinde Laupersdorf.