Neuendorf
Präsenz auf Social Networks werden für Unternehmen immer wichtiger

Am Montagabend fand der Gewerbe- und Industrietreff Neuendorf mit der Social-Media-Expertin Martina Dalla Vecchia statt. Die Professorin von der Fachhochschule Nordwestschweiz, stellte verschiedene Möglichkeiten für KMU Betriebe vor.

Fabian Jäggi
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Veranstalter und Redner (von links): Konrad Marzohl, Vorsitzender der IGK, Martina Dalla Vecchia, Professorin Fachhochschule Nordwestschweiz, Hans-Peter Egli, zukünftiger Vorsitzender der IGK

Veranstalter und Redner (von links): Konrad Marzohl, Vorsitzender der IGK, Martina Dalla Vecchia, Professorin Fachhochschule Nordwestschweiz, Hans-Peter Egli, zukünftiger Vorsitzender der IGK

Erwin von Arp

Der 12. Gewerbe- und Industrietreff stand unter dem Motto «Social Media für KMU: Nutzen und Stolperfallen». Unter den rund 60 Gästen befand sich auch die Gemeindepräsidentin von Egerkingen, Johanna Bartholdi. Ebenfalls anwesend waren die beiden Kandidaten für das Gemeindepräsidium von Neuendorf, Rolf Kissling und Sandra Kolly. Nach der Begrüssung durch Konrad Marzohl, den Vorsitzenden der Industrie- und Gewerbekommission Neuendorf (IGK), übergab er das Wort sogleich an Martina Dalla Vecchia.

Soziale Medien spielen heute mehr und mehr eine Rolle. Unter den 12 bis 25 Jährigen gibt es wohl nur noch wenige, welche nicht auf Facebook oder Google+ zu finden sind. Dalla Vecchia nennt das «You are what you share! Du bist, was du mit anderen teilst». Genauso verhalte es sich mittlerweile mit Firmen: Wer dazugehören wolle, brauche heutzutage mindestens einen, wenn nicht sogar mehrere Internetauftritte, so die Professorin. Dalla Vecchia zeigte eine Statistik, die eben das beweist. Sie zeigt, was in sozialen Netzwerken ungefähr jede Minute passiert:

1,9 Mio. Mal wird «Gefällt mir» auf Facebook geklickt.

100 Stunden Filmmaterial wird auf Youtube hochgeladen.

2.8 Mio. «Tweets» werden auf Twitter gesendet.

Facebook nimmt 10 000 Dollar nur durch Internetwerbung ein.

Gemäss Dalla Vecchia kommt man als Unternehmen früher oder später nicht mehr um Social Media herum. Als KMU empfehle sich ein 5-Punkte-Plan. Zuerst müssten die Ziele definiert werden. Für ein KMU mit fünf Mitarbeitern etwa mache eine 10 000 Franken teure Website und ein Mitarbeiter, der nur für die Social Media Profile zuständig ist, wenig Sinn. Ein kleines Unternehmen solle einen Facebook-Auftritt und eine Website für sich auf jeden Fall in Erwägung ziehen, so die Referentin. Ansonsten gäbe es noch sehr viele andere Portale, etwa das Businessnetzwerk «XING», die Videoplattform «Youtube», den Kurznachrichtendienst «Twitter» oder die Arbeitgeber-Bewertungsseite «Kununu».

Dalla Vecchia: «Es muss ja nichts Aufwendiges sein, es geht nur um das virtuelle Sehen und Gesehenwerden.» Was passiert, wenn man nicht gesehen wird, hat «ex libris» gezeigt. Dieses Unternehmen habe eine Woche lang seine Werbung auf Google eingestellt. Die Folge: Einsparungen bei der Werbung im vierstelligen Bereich, aber Verluste beim Verkauf im fünfstelligen Bereich.

Sobald ein Konzept vorhanden ist, können die erwähnten Profile eröffnet und mit der Firmenwebsite verknüpft werden. Für sehr kleine Betriebe mit eigenem Ladenlokal eigne sich ganz besonders Google Places, so die Professorin. Dort kann auf der Google Maps Karte der Standort des Lokals eingetragen werden. Jeder, der den Laden dann auf Google sucht, wird zusätzlich eine Wegbeschreibung dorthin finden.

Nach der Eröffnung dieser Profile müssten diese mit Inhalten gefüllt und der Kontakt mit Kunden hergestellt werden. «Einmal pro Woche ein Bild oder eine Nachricht sollten für ein KMU ausreichend sein», so die Referentin.

Zu guter Letzt müsste aber auch geprüft werden, ob der gewünschte Erfolg auch eintrete. Zum Beispiel bei Facebook reiche es schon, einmal wöchentlich nachzuschauen, wie viele Leute auf der Seite «Gefällt mir» geklickt haben. «Sind alle diese Arbeiten erledigt, ist Ihr Unternehmen in der Social Media Welt sehr gut vertreten», sagte Dalla Vecchia.

Nach dem Vortrag erwähnte Konrad Marzohl, dass er bald als Vorsitzender der Industrie- und Gewerbekommission Neuendorf zurücktreten werde. Die Nachfolge übernehmen wird sein langjähriger Kollege Hans-Peter Egli. Er ist wie Marzohl bereits seit der Gründung der IGK vor 12 Jahren Mitglied.