Egerkingen

Praktisch und günstig soll das geplante Schulhaus werden

Ein mögliches Modell des geplanten Schulhauses: Der modulare Bau könnte beispielsweise als Holzbau realisiert werden.

Ein mögliches Modell des geplanten Schulhauses: Der modulare Bau könnte beispielsweise als Holzbau realisiert werden.

Zwei Wochen vor der Abstimmung über den 11.5 Millionen-Kredit präsentiert Egerkingen der Bevölkerung das geplante Schulhaus. Das Echo fällt positiv aus.

An der kommenden Gemeindeversammlung vom 21. September werden die Egerkinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen Kredit von 11,5 Millionen Franken für einen Schulhausneubau befinden dürfen. Am Montag erschienen rund 80 Personen in die Turnhalle Mühlematt, um sich über die «Machbarkeitsstudie plus» zu informieren.

Für die Veranstaltung hatte der Gemeinderat eine Maskentragpflicht verfügt. «Wir haben uns eingehend mit Thema befasst», erklärte Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi. «Eine Maskentragpflicht als Schutzmassnahme ist die einfachste Lösung, da dadurch andere Massnahmen wie die Abtrennung in Sektoren und eine strikte Eingangskontrolle nicht nötig sind.»

Wachsende Kinderzahl

Dann erklärte Benjamin Rogger als Präsident der zuständigen Arbeitsgruppe, warum Egerkingen ein neues Schulhaus braucht. «Die Prognosen zeigen, dass wir ab 2022 mit unseren beiden bestehenden Schulhäusern der wachsenden Kinderzahl nicht mehr Herr werden. Die zukünftigen Raumbedürfnisse an eine moderne Schule wurden abgeklärt und ein Neubau erscheint der Arbeitsgruppe als die beste Lösung.»

Das neue Schulhaus soll auf der Wiese hinter dem Feuerwehrmagazin, also zwischen der neuen Badi und dem roten Platz gebaut werden, wobei die 100-Meterbahn als Zufahrt zur Baustelle genutzt werden könnte. «Wir haben sogar den Schattenwurf des neuen Gebäudes auf die Badi berücksichtigt. Das neue Schulhaus wird die Badi nicht beeinträchtigen.» Was nach dem Umzug, der im Sommer 2023 erfolgen soll, mit dem alten Schulhaus passieren wird, sei jetzt noch kein Thema.

«Praktische und nachhaltige Lösungen»

Mit zahlreichen Visualisierungen, Plänen und sogar einem Animationsfilm stellte Architekt Daniel Ernst aus Oberbuchsiten das neue Schulhaus mit einem Raumvolumen von 13'150 Qubikmetern und einer Fläche von 3280 Quadratmetern vor, dessen Kosten auf 11,5 Millionen Franken geschätzt werden. «Es muss nicht unbedingt ein Eichenparkett verlegt werden. Wir haben nicht wie beim Bürgerspital Solothurn den Schwerpunkt auf Ästhetik und Prestige gelegt, sondern auf praktische und nachhaltige Lösungen», sagte Ernst zu den Kosten.

Die Klassenzimmer sind den Ecken des dreistöckigen Neubaus angeordnet. Gruppenzimmer, ein Begegnungsraum, Werkräume, Lehrerzimmer sind um eine zentrale Erschliessung mit Treppenhaus und Lift angeordnet. Ein grosses Dachfenster über dem Treppenhaus soll für viel Licht sorgen. «Dank den im Vorprojekt klar definierten Strukturen ist eine Ausführung in Beton oder als Holzbau möglich. Wie das Schulhaus ganz genau aussehen wird, das müssen wir dem Architekten überlassen, dem wir die Ausführung überlassen werden.»

Eine Mehrzweckhalle als Fernziel

Die Präsentation wurde mit Applaus bedacht. Zum eigentlichen Neubau wurden in der anschliessenden Diskussion erstaunlich wenige Fragen gestellt. Bruno von Rohr wollte wissen, warum kein Provisorium aufgestellt werde, damit man das neue Schulhaus an der Stelle des alten bauen kann. «Provisorien kosten viel Geld und sind für die Kinder keine ideale Lösung», antwortete der Präsident der Arbeitsgruppe. Kritisiert wurde, dass weder ein Mittagstisch und noch eine Tagesschule eingeplant worden ist.

Aus dem Turnverein wurde das Bedauern geäussert, dass ausgerechnet die grüne Wiese geopfert werden soll, auf der geturnt wird. Man müsse zusammen mit dem Fussballklub eine Lösung finden, meinte dazu Benjamin Rogger.

Nicht um Steuererhöhung herumkommen

Auf die Frage, ob die Finanzierung des Schulhauses Auswirkungen auf den Steuersatz haben werde, antwortete die Gemeindepräsidentin: «Das Schulhaus wird die Rechnung während 30 Jahren mit 380'000 Franken belasten, was etwa drei Prozent der Steuereinnahmen entspricht. Aber es kommen in den nächsten fünf Jahren weitere grosse Brocken auf uns zu. Kreisschule, Strassensanierungen und anderes. Der Abschreibungsbedarf wird ansteigen und wir werden wohl im Jahr 2023 nicht um eine Steuererhöhung herumkommen.»

Der grösste Teil der Diskussionen drehte sich um eine Mehrzweckhalle, die an der Stelle des alten Schulhauses gebaut werden könnte. «Diese Ideen sind noch lange nicht spruchreif, meinte die Gemeindepräsidentin. «Wir wollen jetzt ein Schulhaus bauen, das den Bedürfnissen entspricht. Dann schauen wir weiter.»

Aber was würde passieren, wenn das Projekt an der Gemeindeversammlung vom 21. September bachab geschickt würde? «Dann müssten wir auf der Spielwiese Provisorien aufstellen, denn der Schulraum wird tatsächlich schon bald nicht mehr ausreichen», sagte Benjamin Rogger, Präsident der Arbeitsgruppe.

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