Projekt
Pläne nehmen Form an: Bahnhof Egerkingen soll eine «intermodale öV-Drehscheibe» werden

Beim Bahnhof Egerkingen stehen grössere Veränderungen bevor: Er soll erstens zur öV-Drehscheibe werden für die Region, zweitens soll er für Reisende im Rollstuhl angepasst werden. Die beiden Projekte nehmen Form an.

Rebekka Balzarini
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Der Banhof Egerkingen wird in den nächsten Jahren umgebaut.

Der Banhof Egerkingen wird in den nächsten Jahren umgebaut.

Bruno Kissling

Der Bahnhof Egerkingen soll fit gemacht werden für die Zukunft. Im Rahmen des Agglomerationsprogramms AareLand wird er zur «Intermodalen öV-Drehscheibe». Das heisst, dass der Bahnhof für alle ein Knotenpunkt werden soll: Für Zug und Bus, aber auch für Auto- und Velofahrer sowie Fussgänger. Die Planung dafür geht voran, wie die Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi auf Anfrage schreibt.

Im Mai habe der Gemeinderat einen Kredit in der Höhe von 30'000 Franken für ein Vorprojekt gesprochen. Bereits klar sei, dass es für die Busse am Bahnhof vier Haltekanten geben soll. «Wir rechnen damit, dass die Realisierung der Haltekanten im ersten Halbjahr 2018 möglich ist, um für den Fahrplanwechsel 2018/2019 bereit zu sein», so Bartholdi. Wie die Haltestellen genau aussehen sollen ist noch nicht klar. Es sei eine Überdachung angedacht, diese ist aber noch nicht definitiv, so Bartholdi.

Warten auf die SBB

Die ganze Planung für das Projekt öV-Drehscheibe ist abhängig von den Bauarbeiten, die die SBB am Bahnhof vornehmen möchte. Der Bahnhof soll barrierefrei gestaltet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist er für Personen im Rollstuhl nämlich nicht ausgerüstet. Die baulichen Massnahmen für Barrierefreiheit hat die SBB bereits in einer Konzeptstudie festgelegt.

Die wichtigsten Neuerungen dabei sind die drei Rampen, die gebaut werden. Die Unterführung in Egerkingen ist zwar bereits rollstuhlgängig, aber nur über Treppen erreichbar. Ausserdem ist der Perron auf dem Gleis 2 zu niedrig, und muss für den hindernisfreien Zugang erhöht werden. Die Projektierungsphase für das Vorprojekt startet in den nächsten Wochen, wie die SBB auf Anfrage mitteilt.

Bis Ende 2023 soll der neue Bahnhof fertig sein. Johanna Bartholdi ist mit dem Verlauf der Planung zufrieden: «Wir sind froh, dass die SBB ihr Projekt schnell umsetzt». Denn so könne auch die Planung für die öV-Drehscheibe konkreter werden.

Die beiden Bauprojekte sollen einander nämlich ergänzen, erklärt Bartholdi. Die Zusammenarbeit klappe bis jetzt gut: Die Gemeinde, der Kanton und die SBB seien regelmässig in Kontakt gewesen. Ein Problem des Bahnhofs bleibt bis jetzt noch ungelöst, so Bartholdi. «Die Parkplatzsituation ist nicht ideal, aber das wissen wir alle. Das werden wir im Auge behalten müssen».

Ein Teilprojekt beim Bahnhof Egerkingen ist fast abgeschlossen: Das Bahnhofsgebäude ist bald fertig renoviert, es laufen noch einige Ausbauarbeiten im Inneren des Gebäudes. Neu wird dort ein Lebensmittelladen eröffnet, vom gleichen Betreiber wie der Laden beim Bahnhof Hägendorf. Ein Mieter für die Wohnung im Gebäude wird noch gesucht.