Welschenrohr
Pfarrhaus wird zum Wohnhaus – erste Mieter ziehen bald ein

Der Umbau des im 19. Jahrhundert erbauten Pfarrhauses in Welschenrohr ist abgeschlossen.

Walter Schmid
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Das ehemalige Pfarrhaus in Welschenrohr wurde zum Zweifamilienhaus umgebaut.

Das ehemalige Pfarrhaus in Welschenrohr wurde zum Zweifamilienhaus umgebaut.

Walter Schmid

Seit dem Mitte 2014 erfolgten Wegzug von Pfarrer Raimund Obrist, der während 14 Jahren die Pfarreien der Gemeinden im hinteren Thal betreute, war das nordöstlich der Kirche gelegene Pfarrhaus in Welschenrohr verwaist. Weil es eher unwahrscheinlich ist, dass jemals wieder ein Pfarrherr darin wohnen wird, entschloss sich die römisch-katholische Kirchgemeinde Welschenrohr für einen Umbau des im 19. Jahrhundert erbauten Hauses.

«Vorerst wollten wir das Pfarrhaus vermieten, konnten aber keinen passenden Mieter finden», erklärt Beat Allemann, Vizepräsident des Kirchenrates und Leiter des Umbauprojekts. Da die Liegenschaft zum gesamten Kirchenbereich mit Pfarrkirche St. Theodul und dem Alten Friedhof gehört, kam ein Verkauf für die Katholiken nicht infrage, wie Alleman betont. Die Kirchgemeinde wollte weiterhin über die Verwendung des altehrwürdigen Hauses aus dem Jahre 1848 bestimmen können und die Bewohner auswählen.

Anbau verändert Gebäudecharakter

So entschied sich die Kirchgemeinde für eine umfassende Renovation des 170-jährigen Gebäudes und bewilligte dafür einen Kredit von 520 000 Franken (wir berichteten). Die Architekten Conrad Sidler und Rainer Germann planten und realisierten das Bauvorhaben. Dabei erfuhr auch das Äussere des Gebäudes markante Veränderungen. Mit dem Einbau zweier Wohnungen brauchte es den Anbau eines Treppenhauses an der Westseite. Auf der Südseite entstanden ein Balkon und ein Sitzplatz für die beiden Wohnungen.

Nicht jedermann zeigt sich glücklich über die beiden Anhängsel am historischen Gebäude, nicht zuletzt auch die kantonale Denkmalpflege. Weil das im spätklassizistischen Stil gebaute Haus aber nicht unter Denkmalschutz steht, hatten deren Einwände aber nur den Charakter einer Empfehlung.

Das Haus steht an bevorzugter Lage auf einem Grundstück von fast 13 Aren mit Sitzplatz, Biotop und einem kleinen Obstgarten. Auf dem Areal steht das alte Holzhaus, das vor 50 Jahren zu einer Garage umgebaut wurde. Darin haben Jungwacht und Blauring ihr Lokal und das Magazin eingerichtet. Mit Anbau des Treppenhauses entstanden zwei weitere Parkplätze. Nach langen Diskussionen wurde die Mauer zwischen Pfarrhaus und Röthlenweg endlich abgerissen, womit ein gefährlicher Engpass entschärft werden konnte.

Am Wärmeverbund angeschlossen

Hell und wohnlich präsentieren sich Räume in nun zum Wohnhaus umgestalteten Pfarrhaus, wobei die grosszügige Raumhöhe auffällt. Modern eingerichtet sind Küche und Bad. Das Haus wurde zur Beheizung der Räume an den Wärmeverbund angeschlossen und bezieht die Wärme von der Heizzentrale in der ehemaligen Postautogarage. Die Liegenschaft verfügt ausserdem auch noch über eigenes Wasser, das jedoch nur noch für Garage, Biotop und Umgebung genutzt wird.

Bereits auf Ende dieses Jahres ziehen die ersten Mieter in das ehemalige Pfarrhaus ein. Ein junges Paar hat sich für die Wohnung im Parterre entschieden, die zweite Wohnung ist noch zu haben, wie zu erfahren war.