Persönlich
Wie die Thaler meinen Nachnamen zum Zungenbrecher machen

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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In unseren Breitengraden spielen wir ja gerne mit der Aussprache: aus Müller wird «Möuer», aus Spielmann «Spöume», aus Huber «Hueber». Mein Nachname lässt sich aber nicht so leicht verschandeln. Bühler spricht man Bühler aus. «Büeler» auf Mundart.

Nach zweijähriger Absenz arbeite ich seit etwas mehr als drei Monaten wieder im Solothurnischen. In dieser Zeit wurde mir wieder bewusst: In unserem Kanton gibt es verschiedene Betonungen. Nur schon in Olten spricht man anders als im Niederamt. Zum Teil war mir das schon vorher bewusst, stamme ich doch selber aus einem Dorf an der Grenze zum Aargau. Und dort hört man den Kanton, den wir bewohnen, aus der Sprache nicht heraus.

Auch der Gäuer Dialekt, mit seinen vielen «oos»und «ees» kenne ich. Aber der Thaler Dialekt ist mir neu. Schon nach wenigen Wochen habe ich gelernt, «Büeler» kann man doch anders aussprechen: Denn im Thal wird aus Fehler «Fäuer», aus Eggenschwiler «Eggeschwiuer». L-Vokalisierung nennt das der Linguist: Aus dem L wird ein U. Konsequenterweise wird damit aus «Büeler» «Büuer». Ich gebe zu: Mein Nachname ist damit zu einem Zungenbrecher geworden. Wohl oder übel werde ich mich also auch in Zukunft am Telefon mit «Büeler» melden (müssen).