Persönlich
Mittwochs bleibe ich zu Hause

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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Ich bin unkompliziert. So ein bisschen Wäsche waschen ist doch kein Problem, dachte ich mir

Ich bin unkompliziert. So ein bisschen Wäsche waschen ist doch kein Problem, dachte ich mir

Coralie Wenger

Fairerweise muss ich sagen, die Leute in meinem Umfeld hatten mich vor zwei Jahren gewarnt: «Wenn du in einen Block ziehst, in dem man die Waschküche gemeinsam nutzt, gibt es Komplikationen.» Auch der Zettel an der Tür zur Waschküche, der dazu auffordert, keinen Streit an besagtem Ort anzufangen, irritierte mich nicht. Ich bin unkompliziert. So ein bisschen Wäsche waschen ist doch kein Problem.

Mann, kam ich auf die Welt. Wollte ich zum Zeitpunkt, an dem ich gemäss Plan dran war – mittwochs, von 12 bis 17 Uhr – die Waschküche benutzen, waren die Maschinen garantiert noch voll. Liess ich die Wäsche länger als einen halben Tag im Trocknungsraum hängen, war sie 100-prozentig zusammengeschoben oder übereinander gehängt. Lange schaute ich dem nicht zu: Ich kaufte mir einen kleinen Stewi und trockne die Wäsche seither auf meinem Balkon.

Während der Lockdowns war das kein Thema. Die Homeofficepflicht machte es unmöglich, an einem Mittwochnachmittag nicht zu Hause zu sein. Mittlerweile wurde an vielen Orten aus der Pflicht eine Empfehlung. Ich für meinen Teil arbeite gerne wieder im Büro. Mittwochs aber, da bleibe ich zu Hause.

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