Persönlich
(K)ein Mord im Nightjet

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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Christian Beutler / KEYSTONE

Der Film «Mord im Orientexpress» lässt mein Herz höherschlagen. Vor allem die Version von 2017. Kenneth Branagh (Privatdetektiv Hercule Poirot) ist grossartig in seiner Rolle: witzig, geistreich, scharfsinnig.

Nur schon wegen dieses Films habe ich mich wahnsinnig auf meine Ferien gefreut: Ich reiste mit dem Nightjet, dem Nachtzug der Österreichischen Bahn, nach Hamburg. Natürlich habe ich nicht gehofft, in der Nacht einen ermordeten Kriminellen zu finden. Aber die Vorstellung, am Abend in Basel einzusteigen, um am nächsten Morgen in Hamburg auszusteigen, finde ich reizvoll. Zumal ökologischer, unkomplizierter als Fliegen.

Im Orientexpress sind die Kabinen mit dunklem Holz getäfert, die Speisewagen luxuriös beleuchtet. Wie es wohl im Nightjet aussehen wird, fragte ich mich vor der Abreise. Erwartungsgemäss unspektakulär: Die Kabinen sind klein, steril, kalt. Der Zug wackelt beim Fahren, die Klimaanlage kühlt laut. Im Film montiert sich Hercule Poirot vor dem Schlafengehen Schnauzhalter und Schlafbrille. Bei mir sind es Ohrstöpsel.

Am nächsten Morgen wird klar: Ermordet wurde in dieser Nacht zum Glück niemand. Ausser vielleicht meine Nerven. Denn schlafen konnte ich kaum eine Minute.