Persönlich
Eine Überraschung auf der Zugfahrt

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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Ist man in Zügen unterwegs, trift man (wieder) viele Leute an.

Ist man in Zügen unterwegs, trift man (wieder) viele Leute an.

Bruno Kissling

Seit jeher fahre ich oft und gerne Zug. Ich kann dort frühmorgens lernen, mittags lesen, abends schlafen. Unterwegs trifft man (wieder) viele Leute an: manche schlafen, andere mampfen genüsslich ein Gipfeli – und ziehen für jeden Bissen die Maske runter und rauf – wieder andere hören viel zu laute Musik. Und die meisten starren natürlich ins Smartphone.

Mein bisheriges Highlight waren zwei ältere Damen, die – perfekt angezogen und geschminkt – auf einen Ausflug gingen. Das war noch vor der Pandemie. Und, wie es sich gehört, zauberte die eine aus ihrer Umhängetasche zwei Gläser und eine Flasche Schämpis hervor. Frau reist schliesslich mit Stil.

Auf meiner Zugfahrt am Donnerstagmorgen nach Solothurn kam ein neues Highlight hinzu: Im Abteil neben mir sass eine vierköpfige Familie: Mama, Papa, Sohn im Teenageralter, Sohn im Primarschulalter. Sie waren auf dem Weg ins Schloss Chillon, wie sich während eines Gesprächs mit dem Kondukteur herausstellte.

Die Jungs sassen am Fenster. Sie starrten aber nicht in ihre Handybildschirme. Sie beklagten sich auch nicht über Langeweile oder das Regenwetter, das ihnen ihre Sommerferien vermiest. Nein, unter den wachsamen Augen und mit den hilfreichen Tipps des Vaters spielten sie Schach. Welch überraschende Beschäftigung im Zug.

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