Persönlich
Eine ernüchternde Erntebilanz

Rahel Bühler
Rahel Bühler
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Der Basilikum von Rahel Bühler sieht deutlich weniger schön aus, als diese auf dem Foto.

Der Basilikum von Rahel Bühler sieht deutlich weniger schön aus, als diese auf dem Foto.

Alex Spichale

Während des ersten Lockdowns habe ich das Urban Gardening, das Gärtnern auf Balkonen, für mich entdeckt. Ich pflanzte Salat, Kräuter und Blumen an. Alles gedieh prächtig. Schon bald hing mir der Salat zu den Ohren heraus. War ich, die nie einen grünen Daumen besass, tatsächlich eine geborene Balkon-Gärtnerin?

Im Lockdown Nummer zwei sagte ich mir: «Jetzt erst recht.» Ich schleppte kiloweise Erde in meine Wohnung im dritten Stock, kaufte Töpfe, Rankhilfen, Topfhalter. Säte, pflanzte, düngte. Die bisherige Erntebilanz: zehn Tomaten, fünf Erdbeeren, etwas Schnittlauch, etwas Peterli. Der Lavendel ist schon vor Wochen vertrocknet. Das Basilikum angefressen. Die Peperoni wachsen im Schneckentempo. Die Gurken, die ich im Frühjahr mit viel Fürsorge verhätschelte, werden ebenfalls bald das Zeitliche segnen. Und dann meinte eine Kollegin, die vor kurzem zu Besuch kam, der Salat hätte auch schon besser ausgesehen – ich hatte ihn gerade frisch gesetzt.

Jetzt, da der Sommer zu Ende geht und ich meine Gartenbilanz betrachte, überkommt mich unweigerlich eine Erkenntnis: Vielleicht sind meine gärtnerischen Fähigkeiten gar nicht so toll. Vielleicht hat mir letztes Jahr einfach nur das fantastische Sommerwetter in die Karten gespielt.

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