Klus-Balsthal

Pellet-Holz soll durch Altholz statt Gas getrocknet werden

Die Pellet-Produktion in Balsthal wird grüner

Die Pellet-Produktion in Balsthal wird grüner

Die AEK investiert 9 Millionen Franken in die Pelletproduktion und baut eine neue Holztrocknungsanlage im Industriegebiet Klus in Balsthal. Künftig soll das Pellet-Holz durch Altholz statt Gas getrocknet werden.

«Würden wir nur auf die Energiepreise schauen, dann dürften wir diese Anlage nicht bauen», sagte Bruno Jordi, Geschäftsführer AEK Pellet AG (Tochterfirma der AEK Energie AG), am Montag beim symbolischen Spatenstich für eine neue Holztrocknungsanlage im Industriegebiet Klus. Kostenpunkt 9 Mio. Franken. Zur Produktion von Pellets ist trockener Rohstoff nötig.

Weil dieser nicht mehr so leicht verfügbar ist, kommt vermehrt feuchter Rohstoff zum Einsatz, der zuerst getrocknet werden muss. Das geschieht in der Klus bisher mit einer Erdgasheizung. «Gas passt aber nicht zu einer Anlage, die klimaschonendes Heizmaterial – wie eben Pellets – fabriziert. Neu wird die Wärme aus Recyclingholz respektive Altholz gewonnen», erklärte Jordi. Solches sei nämlich zuhauf vorhanden und werde in grossen Mengen exportiert.

Grossaufmarsch beim Baubeginn. Vorne mit Helm stehen (v.l.) Bruno Jordi, Geschäftsführer AEK Pellet AG; Roland Stampfli, Gemeindepräsident; Roland Fürst, Regierungsrat; Walter Wirth, CEO AEK Energie AG.

Grossaufmarsch beim Baubeginn. Vorne mit Helm stehen (v.l.) Bruno Jordi, Geschäftsführer AEK Pellet AG; Roland Stampfli, Gemeindepräsident; Roland Fürst, Regierungsrat; Walter Wirth, CEO AEK Energie AG.

«Es geht um die Ökobilanz»

Dass es hier um etwas Aussergewöhnliches geht, zeigte die respektable Präsenz von Personen aus Wirtschaft und Politik beim Baustart. Regierungsrat Roland Fürst gratulierte dem Unternehmen zum Durchhaltevermögen und dem Erfolg in Sachen Pellets. Er erinnerte an die nicht realisierten Grossprojekte im Zusammenhang mit Sägereien in Attisholz (Kogler, Schilliger). Etwas grösser seien die Pläne für den nun eingeleiteten Schritt beim Pelletwerk in der Klus auch gewesen, sagte Walter Wirth, CEO der AEK Energie AG. «Wir wollten mit derselben Anlage auch noch Strom produzieren, mussten aber einsehen, dass das nicht wirtschaftlich ist.» Das Ziel sei dasselbe geblieben: auszukommen ohne Gas. 

Es gehe aber auch generell um die Ökobilanz der Firma. «Der Kanton Solothurn hat das Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2035 sollen jährlich 86 600 Tonnen CO2 weniger in die Luft ausgestossen werden. Wenn die Anlage hier in der Klus fertig ist, werden wird zusammen mit allen weiteren Anlagen bereits 34 Prozent unseres Anteils erfüllen können», verkündete Walter Wirth.

Filter und nochmals filtern

Die neue Heizung, die auf der Nordseite der Produktionshalle aufgebaut wird, hat eindrückliche Dimensionen: im Grundriss 12 mal 15 Meter, in der Höhe 20 Meter. Sichtbar von der Kantonsstrasse her wird vor allem der Kamin mit seinen 40 Metern Höhe sein. Ein grosser Teil des Bauvolumens wird für Reinigungsanlagen beansprucht, damit so wenig Russ und Abgase wie nur möglich in die Luft gelangen können. Filter folgen auf Filter.

Pro Jahr sollen rund 12 000 Tonnen Altholz verbrannt werden, um einen Ofen auf 850 Grad aufzuheizen, der wiederum Wasser auf 130 Grad erwärmt, aus dem heisse Luft für die Trocknung des Holzes gewonnen wird, das in die Pelletproduktion geht. An sechs Tagen pro Woche werde man den Ofen auf Betriebstemperatur halten, erklärt Eric Hanssen, Leiter Projekte bei der AEK. «Wenn nicht die volle Wärme benötigt wird, so kann sie gespeichert werden.» Vom Holz werde letztlich im Verhältnis nicht mehr Asche übrig bleiben, als wie man es von einem gut funktionierenden Hausofen her kennt, sagt Hanssen.

Wenn alles nach Plan läuft, so wird die neue Trocknungsanlage im kommenden Frühling in Betrieb gehen. Die Heizanlage stammt aus Dänemark, die Bau- und Installationsarbeiten werden laut AEK wenn immer möglich an regionale Unternehmen vergeben.

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