Schauplatz Kätzlimatt – bevor das grosse Trommeln und Pfeifen am Samstag losging, lancierte der Tambourenverein Mümliswil-Ramiswil einen humoristischen Auftakt: «Lach im Guldental». Peach Weber, Rolf Schmid, Alain Frei und Fabian Treyer wurden dazu verpflichtet. Durch das Programm führte der 18-jährige Parodie-Newcomer Fabian Treyer. Thema: Der «Kassensturz» nimmt die laut «Weltwoche»-Ranking drittschlechteste Gemeinde Mümliswil-Ramiswil unter die Lupe.

Treyer als Ueli Schmezer liess sich nicht lumpen und lud für die Analyse die aussagekräftigsten Schweizer ein. Hanspeter Latour untersuchte eingehend die Rasenqualität auf dem Fussballplatz Fellenmoos – Einheimischen auch als «Alp» bekannt. Roger Federer reiste an, um die hiesige Tennis-Grösse Ruedi Schwarzenbach zu testen.

«Fertig isch dr luschtig Clown»

«Hallo Mümmler und Rammler», begrüsste Peach Weber das Guldentaler Publikum und präsentierte einiges aus seinem neuen Programm «Gäxbomb». Er habe endlich herausgefunden, worin der Grund liege für seine ständige Gewichtszunahme. Lesen Sie mal, was auf der Shampoo-Flasche steht: «Für mehr Fülle und Volumen.»

Doch Peach ist nicht nur voluminös: «Ich bin die kleinste Guggenmusik, aber auch die schwerste Boyband der Welt.» Er hat auch eine ganz klare Meinung, was den Schönheitswahn betrifft: «Botox, Botox, Silikon – fertig isch dr luschtig Clown!» In der Zwischenzeit haben auch Matthias Hüppi und Kurt Aeschbacher den Weg ins «Vaterunser-Loch» gefunden, um die «Ureinwohner der Schweiz» einzuschätzen.

Egal, welche Hautfarbe

Alain Frei – noch nie gehört? Macht nichts, den meisten ging es genau gleich. Ein Profi wie er nimmt das auf die leichte Schulter. Frei ist in Deutschland erfolgreich, bekannt auch durch das TV-Format «Quatsch Comedy Club». Den 30-jährigen Luterbacher nerven die vielen Vorurteile, die zum Beispiel bei Facebook herrschen. Aus Jux habe er mal unter einem Foto, wo er mit einem schwarzen Freund beim Tanzen in der Disco zu sehen ist, geschrieben: «Er kann einfach viel besser tanzen als ich, er hat den Rhythmus im Blut.»

Es gebe natürlich immer so Besserwisser, die ihren Senf abgeben müssen: «Nein, das kannst du doch nicht schreiben. Schwarze können schliesslich auch nichts für ihr Handicap.» Oder: «Egal, welche Hautfarbe, ob rot, braun, gelb oder normal.» – «Ich meine: Hallooo?!» Laut OK-Mitglied Pierre Grossmann sei dies erst der zweite Auftritt von Frei in der Schweiz gewesen. Eine Schande, wenn es dabei bleiben würde. Mit seiner frischen Art und als Stand-up-Comedian ist er sicher eine Bereicherung für die Schweizer Comedy-Landschaft.

«Das regt mi uf»

Auch Komiker wie Rolf Schmid sind nicht vor dem Altern gefeit. Wird man älter, verliere man die Haare auf dem Kopf, dafür spriessen sie sonst überall: «Das regt mi uf!» Auch eine vegetarische Freundin, die nur noch Gemüse isst, ist dem Bündner ein Gräuel. «Schaut euch mal die Kühe an, die essen den ganzen Tag nur Gras. Sehen die gut aus? Besonders alt werden sie auch nicht!» Im Prinzip, wenn man Nudeln esse, sei das auch Gemüse.

Nudeln bestehen schliesslich aus Mehl, das sei aus Getreide, und das sei doch auch Gras. «Eine Kuh ist also nichts anderes als ein Brot mit Glocke.» Für die musikalische Unterhaltung danach sorgte die 23-jährige Solothurnerin Michelle Ryser. Die Frohnatur sorgte für ausgelassene Stimmung: Es wurde geschunkelt, getanzt und auf den Festbänken rumgehüpft.

«Alles sehr nette Menschen»

«Es wäre schön gewesen, wenn mehr Leute gekommen wären. Doch wir sind zufrieden mit dem Anlass», resümiert Pierre Grossmann. Den Gästen habe es gefallen, sie hatten sichtlich ihren Spass. Auch die Acts seien zufrieden gewesen und lobten, wie das Publikum den ganzen Abend mitmachte. Schliesslich noch das «Kassensturz»-Urteil: «Ein Schandfleck auf unserer Landkarte, aber alles sehr nette Menschen hier!»