Neuendorf

PB Swiss Tools: Erfolgreich dank höchster Qualität

Eva Jaisli, Geschäftsführerin der Emmentaler Werkzeugfirma PB Swiss Tools, mit Gemeindepräsident Rolf Kissling (l.) und Kommissionspräsident Hanspeter Egli.

Eva Jaisli, Geschäftsführerin der Emmentaler Werkzeugfirma PB Swiss Tools, mit Gemeindepräsident Rolf Kissling (l.) und Kommissionspräsident Hanspeter Egli.

CEO Eva Jaisli stellte am 15. Gewerbetreff ihre Firma PB Swiss Tools vor, die sehr erfolgreich Werkzeug in höchster Qualität herstellt.

Handwerker bekommen leuchtende Augen, wenn der Name Baumann fällt. Die Firma Paul Baumann steht für Werkzeug von höchster Qualität, das aber auch entsprechend teurer ist. Am 15. Neuendorfer Gewerbe- und Industrie-Treff am letzten Montag erhielt Eva Jaisli Gelegenheit, ihr Unternehmen – heute «PB Swiss Tools» – vorzustellen.

Wie schafft es ein mittelgrosser Schweizer Betrieb, sich bis heute im Markt zu behaupten? Mit dieser Frage konfrontierte Hanspeter Egli, Präsident der Industrie- und Gewerbekommission, die Gastreferentin bei der Begrüssung.

Neue Geschäftsfelder erschlossen

Tatsächlich besteht die Firma bereits seit 1878, als Urgrossvater Baumann in seiner Emmentaler Dorfschmiede Kleingeräte für Bauern herstellte. 1916 übernahm Paul Baumann den Betrieb; einen Aufschwung erlebte die Schmiede in Wasen, als im Zweiten Weltkrieg die Armee strapazierfähiges Werkzeug benötigte.

Anfänglich hatten seine Schraubenzieher geschmiedete Klingen und gedrechselte handliche Griffe. Sohn Max entwickelte dann den berühmten Schraubenzieher mit dem transparenten roten Griff, den er nicht patentierte, sondern als Norm in Paris deponierte. Inzwischen haben die Schraubenzieher je nach Grösse eine andere Farbe, und die Produktepalette ist um Hämmer, Drehmomentwerkzeuge, Rätschen oder Bike-Tools erweitert.

Nach der Finanzkrise 2008, als die Aufträge um vierzig Prozent einbrachen, begann Baumann medizinische Instrumente für den Operationssaal zu entwickeln. Allen Werkzeugen ist eigen, dass ihr Griff ergonomisch optimal in der Hand liegt, und dass sie aus Material von höchster Qualität bestehen. «Wir liefern kompromisslose Schweizerqualität», sagte Eva Jaisli mit Nachdruck, und PB Swiss Tools wirbt mit dem Slogan «Work with the best».

Eva Jaisli trat 1997 in die Firma PB Baumann ein, die Max Baumann junior 1981 übernommen hatte. Das Unternehmen wurde 2015 in eine AG umgewandelt und in PB Swiss Tools umbenannt. Jaisli fungiert heute als Geschäftsführerin (CEO) und Miteigentümerin, zusammen mit ihrem Ehemann Max Baumann als technischem Leiter (Chief Technology Officer CTO).

Keine Massenware

«Wir sind ein typisches Schweizer KMU», bilanzierte Eva Jaisli. An den Standorten Wasen und Sumiswald beschäftigt die Firma über 150 Mitarbeitende, davon ein Drittel Frauen und 15 Lernende. Rund die Hälfte der Beschäftigten wurde innerhalb des Unternehmens ausgebildet.

«Wir haben ein Interesse, unser Personal in der Region zu rekrutieren, deshalb investieren wir viel ins Lehrlingswesen», so Jaisli. Zudem besteht ein eigenes Projekt, um Flüchtlingen Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und vor allem auch junge Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren. «Es ist wichtig für uns, einen Beitrag zu einem guten sozialen Klima in der Region zu leisten», betont die Emmentaler Unternehmerin.

Das Überleben im Markt schafft die PB Swiss Tools, indem sie kompromisslos auf Qualität setzt und lebenslange Garantie gibt. Mit dem Baumann-Werkzeug, das sich ein Lehrling anschafft, wird er bis zur Pensionierung arbeiten, illustrierte Jaisli die Dauerhaftigkeit ihres Premiumprodukts.

Durch Eingehen auf Kundenbedürfnisse und eigene Test wird der Vorsprung verteidigt. Deshalb wird das Sortiment laufend erweitert und gleichzeitig ein guter Service garantiert. Allerdings ist für Jaisli auch klar: «Wir sind ein Nischenplayer und produzieren keine Massenware; deshalb können wir nur bedingt wachsen».

Der Frankenstärke begegnet

Auch nach dem Frankenschock hielt die Firma PB Swiss Tools, die zwei Drittel ihres Umsatzes im Ausland erzielt, zu 100 Prozent am Schweizer Standort fest. Allerdings musste sie mit ihren Lieferanten bessere Bedingungen aushandeln. Zudem mussten die Arbeitsprozesse vereinfacht und mit schlankerer Produktion die Kosten gesenket werden. Auch die Lagerhaltung wurde optimiert. Im Lager bleibt nur, was sich innert nützlicher Frist auch verkaufen lässt.

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