Nebst den üblichen GV-Traktanden befasste sich die Versammlung der Spitex Thal ausführlich mit dem Thema Patientenverfügung nach dem einleitenden Referat von Hansruedi Stoll, Pflegeexperte Onkologie. Pflegende und Mitglieder der Spitex liessen sich kompetent über dieses heikle Thema informieren.

«Hausbesuche sind sehr wichtig,» erklärte Hansruedi Stoll, denn die meisten Kranken wünschten, zu Hause sterben zu können. Aber nur bei 20 Prozent sei dies möglich, da die meisten nicht darauf vorbereitet seien. Braucht es überhaupt eine Patientenverfügung? Dagegen gebe es 100 Gründe, hingegen zwei gewichtige dafür: Erstens die Patienten können selber bestimmen und zweitens die Angehörigen werden entlastet.

Patientenwille berücksichtigen

Das neue Erwachsenenschutzrecht stellt sicher, dass der Entscheid immer bei den Patienten liegt, solange die Urteilsfähigkeit vorhanden ist. Eine Vertrauensperson, die stets in der Nähe des Kranken ist und ihn so am besten kennt, wird zu Entscheidungen beigezogen, wenn der Patient nicht mehr urteilsfähig ist. Die Patientenverfügung wird nur an medizinische Fachpersonen weitergeleitet. Die Vertraulichkeit ist somit gewährleistet.

Auch Ärztinnen und Ärzte sind froh, wenn sie mehr über die persönliche Sichtweise der Patienten wissen. Was denkt der betroffene Mensch über seine Krankheit, sein Leben und Sterben. Die Patientenverfügung ist hilfreich beim Fällen schwieriger Entscheide. Im Internet seien verschiedene Vorlagen für Patientenverfügungen zu finden, stellte Stoll fest. Er empfahl jedoch das Angebot des Roten Kreuzes SRK, das auch Beratung sowie Hinterlegung, Überprüfung und Aktualisierung des Dokumentes anbietet. (www.srk-solothurn.ch)

Rechenschaft abgelegt

«Wir haben uns entschieden, die vier bestehenden Stützpunkte in Balsthal, Laupersdorf, Mümliswil und Welschenrohr an einem grossen Standort zusammenzulegen,» stellte die Präsidentin Renate Allemann-Müller fest. Dieser Schritt sei nun vollzogen, habe sich bewährt und das Personal habe mit grossem Einsatz die Zusammenführung realisiert. Im Hochhaus an der Brunnersmoosstrasse 13 in Balsthal stehen nun genügend Räumlichkeiten für Arbeit, Schulung und Verwaltung zur Verfügung.

Geschäftsleiterin M.Isabel Zimmermann berichtete mit eindrücklichen Zahlen von einem erfolgreichen Jahr: 225 Kundinnen und Kunden zwischen 17 und 98 Jahren wurden in über 30 000 Einsatzstunden betreut. 88 Mitarbeiterinnen waren täglich im Einsatz und legten über 160 000 Kilometer zurück.

Als Höhepunkte bezeichnete die Geschäftsleiterin die Erteilung der Betriebsbewilligung für weitere sechs Jahre durch das kantonale Amt für soziale Sicherheit, die Einführung der Wegpauschale, verbunden mit der Anschaffung eigener Spitex-Fahrzeuge sowie die Anstellung von Samira Benyahia als Lernende zur Fachangestellten Gesundheit.

Gesunde Finanzen zeichnen die Spitex Thal aus: Die Erfolgsrechnung schliesst bei einem Ertrag von 4,073 Mio und einem Aufwand von 3,781 Mio Franken mit einem Reingewinn von 292 862 Franken ab. Die Beiträge der Thaler Gemeinden belaufen sich auf 1,478 Mio Franken. Die Betriebskosten werden zu zwei Dritteln durch die Kundinnen und Kunden und deren Versicherungen sowie zu einem Drittel durch die Einwohnergemeinden gedeckt.

Vorstand wieder gewählt

Alle drei Jahr ist nach Statuten der Vorstand neu zu wählen. Alle Bisherigen stellten sich zur Wiederwahl. So wurden Renate Allemann-Müller (Welschenrohr) als Präsidentin, Rudolf Dettling (Balsthal) als Vizepräsident und die Vorstandsmitglieder Franziska Weber (Aedermannsdorf), Peter Bühlmann (Matzendorf), Rainer Mattern (Laupersdorf) und Dieter Kunzelmann (Laupersdorf) bestätigt.