Für einmal war die Kirche St. Pankraz in Matzendorf nicht nur mit Leuten aus dem Dorfe, sondern auch mit Leuten aus anderen Thaler Dörfern von Laupersdorf bis Gänsbrunnen bis auf den letzten Platz gefüllt. Männer, Frauen und Kinder der Trachtenvereinigung Thal, eingekleidet in festlicher Tracht, trugen in Weidenkörben Früchte, Obst, Gemüse, Getreide, Brote und Zöpfe zum mit Sonnenblumen geschmückten Altar.

Begleitet wurden sie dabei von den Klängen des Naturjodels «Rothöri». Vikar Basil Okeke (römisch-katholisch) und Pfarrer Edi Bolliger (evangelisch-reformiert) hiessen alle zum ökumenischen Gottesdienst willkommen. «Wir freuen uns auf den Gottesdienst, wo wir Gott für die reichen Gaben Danke sagen», erwähnte Vikar Basil Okeke und er segnete danach gemeinsam mit Pfarrer Edi Bolliger die vor dem Altar hingelegten Feldfrüchte.

Wertschätzung des Kleinen

Nach dem Dankgebet und der Lesung erfolgte die Predigt von Pfarrer Edi Bolliger. Bezugnehmend auf die Lesung, wo sich der Apostel Paulus an die Korinther wandte, erwähnte er, dass aus der Armut heraus geben, die zwei Begabungen selbstloses Geben und übergrosse Freude resultierten.

Überfluss der einen, soll dem Mangel der Anderen abhelfen. Man müsse den Reichtum teilen und den Ausgleich schaffen. «Dieses Jahr haben wir einen Überfluss an Früchten und dies birgt immer die Gefahr der Wertschätzung für die Gaben und der Verschwendung. Ein Zeichen setzen können wir alle. Es geht um die Wertschätzung des Kleinen», erwähnte Pfarrer Edi Bolliger.

Heimatliche Klänge

Der Jodlerklub Passwang Mümliswil (Leitung: Sascha Fluri) sang Jodellieder aus der bekannten Jodelmesse von Jost Marty wie « Herrgott, mir stönd vor dir», «Dir Herr wei mer singe», «Heilig isch der Herr» und «Mit dim Säge» sowie die weniger bekannte Jodelweise «Waldverspräche» des Komponisten Paul Schreiber (Baselland). Mit dem Naturjodel «Vorjuzer» aus der Innerschweiz verabschiedete sich der 27-köpfige Jodlerklub von den Gottesdienst-Besuchern.

Die heimatlichen Klänge wurden in sehr reinem Klang, stimmlich ausgewogen und in wundervoller, den sakralen Raum ausfüllender Harmonie vorgetragen. Die Trachtenleute Esther Haefeli und Stefan Joray (Gemeindepräsident von Gänsbrunnen), sowie Lektor Christoph Koch (Präsident der Kirchgemeinde Matzendorf) trugen die Fürbitten vor. Anschliessend an den Gottesdienst traf sich die Festgemeinde vor der Kirche zu einem von den Landfrauen und der Pfarreigruppe Matzendorf vorbereiteten Apéro mit Bauernbrot, Zopf und Speckbrot. Dabei gab es viele interessante Gespräche unter den Thalern.