Egerkingen
Parkplatz des Gäuparks liegt nicht mehr brach – Mieter müssen nur die halben Kosten übernehmen

Mit den Autos kehrt im Egerkinger Shoppingcenter Gäupark das Leben zurück. Noch ist es aber keine Rückkehr zur «Normalität». Die Migros kommt den Mietern aber entgegen. Für zwei Monate wird auf die Hälfte der Miet- und Nebenkosten verzichtet.

Yann Schlegel
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Auch der Gäupark durfte wieder öffnen.

Auch der Gäupark durfte wieder öffnen.

Patrick Lüthy

Acht Wochen lang funktionierte der Konsumtempel der Region auf Sparflamme. Von einem Tag auf den anderen war am 18. März der Stillstand gekommen. Das Coronavirus und seine Folgen bremsten im Gäupark – einem wichtigen Arbeitgeber der Region – das pulsierende Einkaufstreiben. Am Montag nahm der Betrieb schweizweit wieder Fahrt auf, so auch am Autobahnkreuz in Egerkingen.

«Ab 11. Mai sind wir wieder offen für alles», warb die Gäupark-Besitzerin Migros Aare im Vorfeld. So schnell wie der Lockdown seine Spuren hinterliess, wird die Rückkehr zur Normalität jedoch nicht sein. Die strengen Auflagen des Bundes, die eine neuerliche Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen, prägen künftig auch im Gäupark den Alltag. Die mittlerweile gewohnten Eingangskontrollen bei den Lebensmittelläden sind nach den Lockerungen bei sämtlichen Geschäften Usus: Über sie wird die Anzahl Kundinnen kontrolliert, die sich gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen. Grössere Läden wie die Gäupark-Besitzerin Migros setzen mittlerweile auf digitale Einlasssysteme, während dies am Anfang der Corona-Massnahmen noch durch eine angestellte Person kontrolliert wurde.

Migros kommt den Mietern entgegen

Auch die Gastro-Betriebe, die im Gäupark vielfach als Treffpunkt der Bevölkerung aus der Region dienen, öffneten am Tag eins nach dem Lockdown mit eingeschränktem Betrieb. Entsprechend waren die Sitzgelegenheiten ausgedünnt – die Distanzen zwischen den Tischen wie vorgeschrieben grösser als üblich.

Die Hygienemassnahmen und Distanzregeln würden wie vom Bund verlangt konsequent umgesetzt, so die Migros Aare auf Anfrage. «Diese umfassen unter anderem Distanzkontrollen, regelmässige Hygienerundgänge und Desinfektionssysteme im ganzen Center.» Gross geschrieben wird im Detailhandel derzeit ausserdem das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Handy.

Patrick Lüthy

Trotz den Einschränkungen sorgte die Annäherung zum Normalbetrieb für eine spürbare Zunahme der Besucherströme. Der imposante Parkplatz vor dem Einkaufszentrum war am Montag bereits wieder gut gefüllt. Gross war am Tag nach dem Lockdown das Medieninteresse. Die Medienstelle der Migros Aare erhielt gemäss eigenen Angaben derart viele Anfragen, dass sie generell Bildaufnahmen im Einkaufszentrum untersagte. Man wolle sich auf den Betrieb unter speziellen Bedingungen konzentrieren, begründete sie diesen Entscheid.

Welche wirtschaftlichen Folgen die zweimonatigen Ladenschliessungen haben, lässt sich noch nicht genau beziffern. Erste Einschätzungen dazu gibt es aber bereits. «Wir gehen von einer Umsatzeinbusse über alle Geschäftsbereiche hinweg von 20 bis 30 Prozent aus», schreibt die Migros Aare. Mit aller Härte traf der Lockdown auch die mittelgrossen und kleinen Detailhändler und Dienstleister, die im Gäupark daheim sind. Die Migros als Besitzerin kommt ihnen entgegen und verzichtet bei allen vollständig vom Lockdown betroffenen Mietern für zwei Monate auf die Hälfte der Miet- und allgemeinen Nebenkosten. «Wir sind mit all unseren Mietern in Kontakt und suchen aktiv nach Lösungen für die vom Bundesrat angeordneten Schliessungen», teilt die Migros Aare mit. Um die Mieter zusätzlich zu entlasten, gewährt die Migros den Mietern zudem einen freiwilligen Zahlungsaufschub bis Ende September 2020.