Mit funkig-jazzigem Sound füllte das Opus One Orchestra die Kreuzackerhalle in Laupersdorf. Längst ist die kreative Band über die Thaler Grenzen hinaus bestens bekannt. Der innovative Geist der super motivierten Musikerinnen und Musiker unter der Leitung des ideenreichen Machers Walter Vonarburg kam mit so viel Spielfreude ab der Bühne, dass der Erfolg eines gelungenen Spektakels bereits vom ersten Stück an garantiert war.

«Hätt i e Mordshecht a dr Angle» steht in Patent Ochsners Songtext von «Fischer». Der Hecht war das grossartige Publikum, das von Beginn an von der inspirierenden Band gefangen genommen wurde. In «Sly and the Family Stone» bewies das Orchester mit differenziertem Musizieren seine positive Entwicklung der vergangenen Jahre. An einem solchen Abend dürfen natürlich auch berühmte Jazzgrössen nicht fehlen.

So setzten die Musiker mit «Fancy Pants» und «Splanky», früher viel interpretiert von der unsterblichen Count Basie Big Band, einen swingend-jazzigen Akzent. Und Count Basie hätte bestimmt Freude daran gehabt, mit welch perfektionierter Dynamik und hoher Präzision Stücke - gute Soli inbegriffen – präsentiert wurden. Wie eine feine Wolke verbreitete sich der samtige Sax-Sound der beiden Solisten Nicole und Simon mit «I dreamed a dream» im Saal; zuhören und dabei träumen.

Ab in Urwaldatmosphäre

Als Kontrast dazu die langbärtigen «Sharp Dressed Guitar-Men», die trotz ihrer Vollbärte ihre Gitarrengriffe im rockigen Song von ZZ Top ohne Probleme fanden. Mit «I Wanna Be Like You» aus dem Dschungelbuch wurde das Publikum in Urwaldatmosphäre entführt. Dabei verliehen dem Lied vor allem der als Affe verkleidete Drummer Matthias und der Posaunist Damian dschungelrhythmischen Nachdruck und groovige Klänge.

Ein klassischer Hit von Carlos Santana, komponiert von Peter Green, ist der Song «Black Magic Woman». Top in Szene setzen konnten sich dabei Hansueli mit cremigem Sound auf seiner Gitarre «Paola» und die Trompeten mit feiner Tongebung, ostentativ begleitet vom Drive der Rhythmussektion und dem typischen Hammondorgel-Klang von Stephan.

In der Power-Ballade «Free Bird» ging die Post ab. Die entfesselte Band zeigte nun voll ihr Potenzial. Nie aufdringlich, aber mit äusserst differenzierter Dynamik. Ob rauer Sound oder seidenfeine Töne: Die ganze Palette wurde geboten; absolute Spitze dabei der Drummer Matthias und der Vibrafonist Pascal.

Dass die Opus One Band in den letzten Jahren zur enormen Steigerung ihrer Möglichkeiten fähig war, ist vor allem ihrem Bandleader Walter Vonarburg zu verdanken. In seinem 16. Konzert als Bandleader, seit 6 Jahren mit dem aus der «Harmonie» Laupersdorf hervorgegangenen Opus One Orchestra, meint Walti: «Die Band ist nun musikalisch so gereift, dass ich mich als Spieler in die tolle Truppe integrieren möchte.»

So war es denn für den unermüdlichen Schaffer sein letztes Konzert als Bandleader. Er scheute es jeweils auch nicht, noch selbst in letzter Minute vor einem Konzert defekte elektronische Teilchen zu löten oder ein Ersatzpiano zu besorgen. Sein erstes Werk – Opus One – wird nicht sein Letztes sein. Mit ihm als Instrumentalist wird die Band weiterleben. «Stand by me», das sich als roter Faden durchs Konzert zog, deutete klar darauf hin: Walti wird bleiben.

Gabi gelang es in den letzten Songs, mit souliger Stimme die Musikerlegende James Brown auszugraben und ihn auf der Bühne in die Gegenwart zu singen. Am Anfang des Songtextes von «Diggin’ on James Brown» steht: «Ich habe alle Änderungen durchgemacht.» Wie doch der Spruch auch passend für die Entwicklung des Opus One Orchestra ist.

Frenetischer Applaus

Mit dem letzten Song «Hotel California» war das Konzert natürlich noch nicht zu Ende. Eine frenetisch applaudierende Zuhörerschaft, welche den klaren Drive der Band übernehmen konnte, verlangte diverse Drübereingaben. Eine davon war «D’ W. Nuss vo Bümpliz». Vom Patent- Ochsner-Song wurde mal geschrieben «das isch Bärn». Nun, so souverän wie der Bandleader Walter Vonarburg das berühmte Lied ins Publikum sang, hätte man auch ruhig bemerken können «das isch Laupersdorf».

Ein toller Konzertevent ist mit dem Opus One Orchestra über die Bühne gegangen. Harmonisch, dynamisch und von der Präzision hat die Band nur gewonnen und somit eine super Stimmung im Saal verbreitet. Die Show wird weitergehen.