Kappel
Optimierter Neubau soll eine halbe Million Franken günstiger werden

Die Gemeinde Kappel will mit ihrem fertig geplantem Primarschulhausprojekt Anfang April beginnen. Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde gegen die Baubewilligung abgelehnt.

Karin Schmid
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Das Neubauprojekt von der Schulhausstrasse aus gesehen, links mit bedeckter Verbindung zum alten Primarschulhaus. illustration: Lorenz.döring architekten

Das Neubauprojekt von der Schulhausstrasse aus gesehen, links mit bedeckter Verbindung zum alten Primarschulhaus. illustration: Lorenz.döring architekten

Trotz hängiger Einsprache treiben die Gemeindeverantwortlichen von Kappel das Primarschulhaus-Neubauprojekt vorwärts. Sie haben im Amtsblatt vom 10. Januar das Submissionsverfahren für Bauunternehmen gestartet.

«Wir sind in der Detailplanung», sagt Gemeindepräsident Rainer Schmidlin. Im Vergleich zum vor knapp zwei Jahren anlässlich des Architektenwettbewerbs präsentierten Siegerprojekt der Basler lorenz.döring architekten haben sich laut Schmidlin vor allem die Kosten verändert. «Wir haben nun genauere Zahlen.» Die gute Nachricht: Danach kostet der Schulhausneubau eine halbe Million Franken weniger als geplant.

Das Elf-Millionen-Franken-Projekt ist in zwei Teile gesplittet und besteht aus dem zusätzlichen eingeschossigen Neubau mit Unterkellerung für acht Millionen sowie der Sanierung des bestehenden Primarschulhauses für drei Millionen Franken.

Aufgrund der neuen Detail- zahlen kostet der zuerst zur Realisierung gelangende Neubau 7.5 Mio. Franken – «und zwar schlüsselfertig bereit zur Nutzung inklusive Allem», betont Schmidlin.

UG-Räume mit Eingang für Militär

Bauliche Änderungen wurden nur in kleinem Rahmen angebracht. «Wir müssen uns an das bestehende Raumprogramm halten», sagt der für die Schule zuständige Gemeinderat/ Vizepräsident Patrick Ritter.

Er spricht von «leichten Optimierungen» des «weiterentwickelten Grundrissbaus» und in einigen Bereichen von «anderen Lösungen», die im Verlauf der Detailplanung gefunden wurden – dies alles im bisherigen Kostenrahmen.

So war der Innenhof mit – nun grösseren – Garderoben ursprünglich als Schettbau mit gezacktem Dach geplant. Für einen anderen Lichteinfall soll stattdessen ein runder, erhöhter Dachaufbau sorgen.

Zum – gleichbleibenden – Raumangebot: Der Neubau mit einer Grundfläche von total 1000 Quadratmetern beinhaltet sechs Klassenzimmer, die laut Ritter jeweils «um zehn Quadratmeter grösser sind als die bisherigen».

Miteinander verbunden werden sie durch insgesamt drei Gruppenräume. Dazu sind Aussenterrassen für Unterrichtseinheiten, zwei Verwaltungs- und ein als Aufenthaltsraum nutzbares Lehrerzimmer geplant.

Das Untergeschoss besteht aus mehreren Lagerräumen, die auch vom häufig auf dem Schulareal einquartierten Militär genutzt werden können. Dafür entsteht diametral zum Schulhauseingang gelegen ein Zugang für Zulieferungen.

«Dadurch kann der Schulbetrieb ungestört vom Militär ablaufen und dieses würde weniger die Mehrzweckhalle besetzen, was viele Vereine in der Ausübung ihrer Aktivitäten behinderte», so Schmidlin.

Das Projekt wurde gemäss Auftrag der Gemeindeversammlung so geplant, dass bei weiterem Schulraumbedarf ein zweites Stockwerk auf das neue Gebäude gebaut werden könnte. «Doch so wie es aussieht brauchen wir das aufgrund der verfügbaren Bauzone nicht», so Schmidlin.

Für Chilbibetreiber ändert sich wenig

In den Kosten von 7.5 Mio. Franken enthalten ist laut dem Präsidenten und Patrick Ritter auch die Umgebung mit umgestaltetem Vorplatz, Brunnen, neuem Parkplatzregime und grossem Veloständer.

Der gekieste Platz an der Kreuzung Mittelgäu-/ Schulhausstrasse bleibt bestehen. «Militärwagen und Chilbistände können weiterhin dort abgestellt werden», betonen Ritter und Schmidlin und halten damit Gerüchten innerhalb der Bevölkerung entgegen, die besagen, die Chilbibetreibenden hätten mit dem Schulhausneubauprojekt auf jenem Areal keinen Platz mehr, ihre Stände und Wagen hinzustellen.

Patrick Ritter und Rainer Schmidlin beurteilen diese erste Etappe des Primarschulhaus-Neu- und -Umbaus als «nachwievor ideal. Wir stellen nicht nur einen Container auf, sondern realisieren eine Komplettlösung, ein Gesamtkonzept, in dem alles aufeinander abgestimmt ist, auch im Kontext zu den gegenüberliegenden Gebäuden, der Bornblick-Halle und den Kindergärten».

In einer zweiten Etappe soll das bestehende Schulhaus umgebaut werden, das nach Angaben der Gemeindeverantwortlichen «seit seinem Bau vor 50 Jahren nie grundsaniert wurde».

Spatenstich am 4. April

Die beim Verwaltungsgericht eingereichte Beschwerde gegen den Entscheid des Bau- und Justizdepartements als Vorinstanz (vgl. Dienstagsausgabe) wurde mit Urteil vom 22. Januar abgelehnt.

Laut Fahrplan der Gemeindeverantwortlichen soll der Spatenstich zu Beginn der Frühlingsferien, genauer am 4. April, stattfinden. Somit wäre der Neubau auf das Schuljahr 2015/16 fertiggestellt und mit einer Verzögerung von zwei Jahren bereit für den Schulbetrieb.