Laupersdorf
«Öpperem e Chorb gäh»: Redensarten und die Geschichten dahinter

Christian Schmid pointiert am Kulturanlass «Mir stinkts-aseweg!» in Laupersdorf verschiedene Redensarten. Neben dem Wort- gab es auch ein Musikprogramm und dazu wurde noch ein 4-Gang-Menü serviert.

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«Krone»-Wirtin Susi Bader serviert Christian Schmid und Christoph Greuter das Essen.

«Krone»-Wirtin Susi Bader serviert Christian Schmid und Christoph Greuter das Essen.

Rudolf Schnyder

«Du muesch ufpasse wiene Häftlimacher», «d’Levitä läse», «Das geit uf kei Chuehuut» oder «Öpperem e Bär ufbinge» sind alles Redensarten, die Christian Schmid pointiert am Kulturanlass «Mir stinkts-aseweg!» im Gasthaus Krone in Laupersdorf vorstellte. Die Gastronomen Susi und Peter Bader und der Autor und ehemalige «Schnabelweid»-Moderator von Radio SRF heckten ein gelungenes gastronomisches Wort- und Musikprogramm aus, das sprachlich und musikalisch tief in der Schweizer Kultur grub.

Neues Buch vorgestellt

Dem Publikum, das nicht nur aus dem Thal stammte – gar aus der Stadt Basel reisten Leute an –, gefiel es und im Gasthaus Krone waren alle rund 100 Plätze ausgebucht. Christian Schmid las nicht einfach aus seinem neuen Buch «Mir stinkts» vor, sondern unterhielt das Publikum mit Redensarten, die teilweise jahrhundertealt, heute noch in Gebrauch sind und erzählte dazu aus dem Stegreif amüsante Geschichten.

Susi und Peter Bader und ihre Crew vom Gasthaus Krone servierten ein duftend-rässes 4-Gang- Menü. Dazwischen spielte der in Solothurn wohnende und im Toggenburg aufgewachsene Christoph Greuter auf verschiedenen Gitarren und einer Schweizer Halszither archaisch-bluesig-alpine Klänge aus seinem neuen Solo-Album «aseweg».

Christian Schmid, geboren 1947, lebt in Schaffhausen und ist in der Ajoie im Jura aufgewachsen. Er ist bekannt als Autor von Büchern zur Sprachgeschichte und Mundart wie «Botzheiterefaane», «Blas mer i d Schue» und «Da hast du den Salat». Er ist Begründer der seit 26 Jahren ausgestrahlten Radio-SRF-Sendung «Schnabelweid». Auch zum Naturpark Thal produzierte er eine Radiosendung.

Jeder hatte seinen eigenen Löffel

Im weiteren Verlauf des Abends berichtete Christian Schmid über «Jetz isch aber gnue Heu dunge», das den Ursprung beim Abstossen des Heus von der Heubühne durch eine Öffnung ins Futtertenn hinunter hat oder «Öpperem e Chorb gäh». Früher übergab die Frau bei einem Heiratsantrag bei einem Nein dem Mann einen leeren Korb oder einen Korb ohne Boden. Viele Redensarten hätten mit alten Geschichten zu tun und es gebe auch solche aus jüngerer Zeit. Bei «So jetz muesch Gas gäh» musste es zwangsläufig ja zuerst Motoren geben, erklärte Christian Schmid. Viele Redensarten würden aussterben, wenn man sie nicht mehr verwende. «Dr Löffel abgäh» sagt man, wenn jemand gestorben ist. «Früher hat jeder seinen eigenen Löffel gehabt. Nach Gebrauch wurde dieser abgeleckt, an den Hosen abgewischt und dann aufgehängt. Erst wenn jemand starb, wurde wieder ein Löffel frei. Dann musste dieser eben den Löffel abgeben», berichtete Christian Schmid. (rsl)

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