Trimbach
Oldtimer-Club Wiggertal feiert mit «Treffen am Berg» 40 Jahre

Der Oldtimer-Club Wiggertal feierte am Sonntag sein Jubiläum beim Restaurant «Isebähnli». Die Besucherinnen und Besucher, die dies wollten, konnten in ihrem «Wunschauto» mitfahren.

Peter Ernst
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Der Parkplatz des Restaurant «Isebähnli» war am Sonntag mit Oldtimern aller Art gefüllt.

Der Parkplatz des Restaurant «Isebähnli» war am Sonntag mit Oldtimern aller Art gefüllt.

Bruno Kissling

Sie sind wie farbige Tupfer im Einheitsbrei der heutigen modernen Autos, die Zeugen der Mobilität der Vergangenheit. Als die Aerodynamik noch keine grosse Rolle spielte und als nur wenige Verkehrsregeln und verkehrsarme Strassen dem Fahrspass kaum Grenzen setzten, hatten die Autokonstrukteure noch freie Hand.

Endlos lange Motorhauben, aussenliegende richtige Ersatzräder und konsequent eckige oder runde Karosserieformen widerspiegeln den damaligen Zeitgeist, und das markentypische «Fahrzeuggesicht» liess keine Zweifel über den Hersteller aufkommen. Ohne die heute üblichen elektronischen Systeme war das Autofahren noch ein Erlebnis, und der Fahrer war uneingeschränkter Herrscher über sein Gefährt.

Regional verwurzelter Club

Diesem Reiz waren schon die Gründer des OCW (Oldtimer-Club Wiggertal) vor 40 Jahren erlegen. Der regional verwurzelte Club hatte bisher die Fahrzeuge der Mitglieder meistens in der Stadthalle in Olten präsentiert. Im Jubiläumsjahr hingegen wurde den Besuchern, neben der reinen Optik, auch etwas für die übrigen Sinne geboten. Neben der speziellen Geräuschkulisse der zu- und wegfahrenden Liebhaberstücke durften Besucher, die sich vom unsicheren Wetter nicht abhalten liessen, auch in ihrem Wunschauto mitfahren.

Wer die Besitzer der Fahrzeuge anspricht, wird wohl schnell einige häufige Vorurteile revidieren müssen. Oldtimer-Besitzer rekrutieren sich keineswegs nur aus reiferen, gut betuchten Männern mit Fachwissen und eigener Werkstatt. Immer mehr Frauen werden von diesem Virus gepackt, viele Eigner sind deutlich jünger als ihr Wagen, und der Kauf und Betrieb zum Beispiel eines knapp über 30 Jahre alten damaligen Grossserienfahrzeuges erfordert kein grösseres Budget als manch anderes Hobby. Erstaunlich viele Teenager erweisen sich als wahre Kenner vor allem der klassischen Sportwagen. Bekannte englische, amerikanische oder italienische Modelle, aber auch hierzulande eher unbekannte Typen aus Japan oder anderen Ländern stehen in Videospielen längst als virtuelle Rennwagen zur Auswahl.

Alle waren angesprochen

Der OCW ist markenneutral, und der Anlass war nicht nur für Clubmitglieder offen, sondern für alle Besitzer von mehr als 30-jährigen Gefährten. Der Parkplatz des Restaurant «Isebähnli» bot eine Übersicht über rund ein halbes Jahrhundert Geschichte der Mobilität, dokumentiert über bekannte und weniger bekannte Marken und Typen von Herstellern aus der ganzen Welt. Nur wegen der Initiative und der Bereitschaft solcher Clubs wie dem OCW ist es zu verdanken, dass die liebevoll aufbereiteten Oldies nicht nur im Museum, sondern auch im Sinne des Wortes als FAHRzeuge erlebt werden können. Wer dabei war, wünscht sich, dass der Oldtimer-Club Wiggertal auch in Zukunft wieder solche «dynamischen» Treffen in dieser Gegend organisiert und so dem Publikum Zeitreisen in die Vergangenheit ermöglicht.

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